Thurn erhielt Zertifizierung „familienfreundlichegemeinde“

Wichtig im Zertifizierungs-Prozess war die Einbeziehung aller Bevölkerungsschichten. Einige erarbeitete und beschlossene Maßnahmen wurden bereits umgesetzt.

Ziel des kommunalpolitischen Prozesses „familienfreundlichegemeinde” ist es, das Vorhandensein familienfreundlicher Maßnahmen in der Gemeinde zu identifizieren und den Bedarf an weiteren zu ermitteln. Unter Einbindung aller Generationen und Fraktionen entwickelt eine Projektgruppe anhand vorab definierter Lebensphasen und Handlungsfelder individuell und bedarfsorientiert neue Maßnahmen zur Erhöhung der Familienfreundlichkeit. Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses werden bedarfsgerechte Maßnahmen für Kinder, Jugendliche, Familien, Singles und ältere Menschen sowie auch generationenübergreifende Projekte erarbeitet.

Wie kam es zum Prozess in der Gemeinde Thurn?

Im Frühjahr 2017 schlug Bgm. Ing. Reinhold Kollnig auf Einladung von Landesrätin Beate Palfrader dem Ausschuss „Familie Jugend Senioren“ die Teilnahme am Prozess vor. Ausschussobfrau Dr. Alexandra Thaler-Gollmitzer besuchte anschließend das nächste angebotene Auditseminar im Mai 2017 in Kärnten. Der Gemeinderates beschloss noch im Mai 2017 die Teilnahme am Prozess. Im Jänner 2018 wurde die Teilnahmevereinbarung unterfertigt. Als Auditbeauftragte wurde Dr. Alexandra Thaler-Gollmitzer namhaft gemacht, die insbesondere von ihrem Stellvertreter Mag. Martin Rainer tatkräftig unterstützt wird.

Der Prozessverlauf in Thurn

Von der „Familie & Beruf Management GmbH” wurde ein Betreuer zugeteilt, der durch den Prozess führte. Der erste Workshop zur Ist-Standerhebung und weiteren Planung fand am 30. Mai 2018 statt. Über den Sommer wurde eine Fragebogenaktion durchgeführt und die Auswertung der Ergebnisse vom Betreuer vorgenommen. Der zweite Workshop ging am 12. September 2018 über die Bühne. Dazu wurden auch die  Vereinsobleute der Gemeinde eingeladen, die beinahe vollzählig erschienen sind. Die Ergebnisse der Fragebogenaktion wurden präsentiert und besprochen, Maßnahmen wurden abgeleitet.

Die Durchführung einer Veranstaltung im Kammerlanderhof wurde beschlossen und in weiterer Folge vom Ausschuss geplant und organisiert. Rund 100 Personen nahmen am 7. November 2018 an der Veranstaltung teil und arbeiteten sehr fleißig und motiviert mit. Aus den Ergebnissen dieser Veranstaltung konnten in weiteren Ausschusssitzungen sowie im Zuge eines Workshops folgende sechs Maßnahmen herausgefiltert werden:

1. Verkehrssicherheit im Ortsgebiet
2. Wintersicherheitstag
3. Kinder gesund bewegen
4. Vorlese u. Spielevormittage (Kindergarten mit Senioren)
5. Taxigutscheine für Menschen mit Beeinträchtigung
6. Information zu regionalen Produkten der Landwirtschaft

Die Maßnahmen wurden am 18. Dezember 2018 vom Gemeinderat beschlossen und mittlerweile auch schon teilweise umgesetzt.

Der Prozess konnte bereits Anfang des Jahres 2021 abgeschlossen werden. Thurn ist seitdem eine familienfreundliche Gemeinde. Zum Ausdruck gebracht wird dies auch durch Tafeln am Ortseingang.

„Im Prozess war für uns insbesondere die Miteinbeziehung der breiten Bevölkerung , von jung bis alt, neu zugezogen oder schon seit Generationen im Ort ansässig, sehr wichtig. Viele Augen sehen mehr, viele Köpfe denken besser und erweitern den Horizont. Auch in Zukunft wollen wir gerne vermehrt Meinungen und Entwicklungsvorschläge aller MitbürgerInnen in die Entscheidungsfindungen miteinbeziehen und hoffen, dass die Menschen sich damit auch an die Gemeinde wenden, um diese gemeinsam im Sinne aller weiterentwickeln zu können”, betont Dr. Alexandra Thaler-Gollmitzer.

 

Text: Redaktion, Foto: Gemeinde Thurn

04. Oktober 2021 um