St. Jakob im Defereggental: Alte Kirchenkrippe erstrahlt in neuem Glanz
In mühevoller Arbeit haben Erwin Leitner, Kurt Leitner und Albin Unterkircher die Krippe, die um das Jahr 1830 gebaut wurde, im Auftrag der Pfarre St. Jakob i.D. restauriert.
Bis ca. 1967/1968 stand die alte Krippe in der südlichen Seitentür der Pfarrkirche zum Apostel Jakobus, davor auf dem rechten Seitenaltar. Dann wurde sie von einer wunderschönen Bretterkrippe am Hochaltar abgelöst. „Seitdem wurde die alte Krippe in der ehemaligen Taufkapelle im linken – nicht ausgebauten – Turmuntergeschoss aufbewahrt. Leider hat sich in den letzten 50 Jahren niemand mehr darum gekümmert. Wasserschäden am Hintergrundbild, unsachgemäße Ablagerungen auf der Krippe usw. trugen dazu bei, dass sich die Krippe zuletzt in einem äußerst desolaten Zustand befand“, erzählt Erwin Leitner vom Krippenverein Defereggental.

Im Sommer 2022 trat Kurt Kleinlercher, Obmann des St. Jakober Pfarrgemeinderates, an Erwin Leitner und Kurt Leitner, ebenfalls leidenschaftliches Mitglied des Krippenvereins, mit der Bitte heran, die alte Krippe zu renovieren. „Zunächst stellte sich die Frage, ob die Renovierung der Krippe überhaupt möglich sei. Aber Erwin und Kurt sagten sofort zu“, so Kleinlercher. Die Idee zur Restaurierung hatte Albin Unterkircher, ebenfalls Mitglied des Pfarrgemeinderates. Der Tischler hat neben den beiden Mitgliedern des Krippenvereins mit seiner Arbeit viel dazu beigetragen, dass die Krippe wieder in neuem Glanz erstrahlen kann.
v.l.n.r.: Albin Unterkircher, Erwin Leitner und Kurt Leitner haben viele Arbeitsstunden dafür verwendet, um die alte Krippe zu restaurieren.
Der Pfarrkirchen- bzw. Pfarrgemeinderat beschloss, die Krippe restaurieren zu lassen. Die einzelnen Teile wurden Mitte Oktober in die Räumlichkeiten des Handelshauses gebracht. „Der Krippenberg und das Hintergrundbild wurden dort mit viel Engagement, Akribie, Sorgfalt und zum größten Teil ehrenamtlich von den Krippenfreunden in ca. 240 Arbeitsstunden restauriert und teilweise neu gestaltet“, erzählt der Pfarrgemeinderats-Obmann. Den Unterbau sowie die hölzerne Hintergrundeinfassung mit LED-Lichtband fertigte Albin Unterkircher, und das Nähen des Krippentuches übernahm seine Frau Margit.
Laut dem Buch „Krippen und Heiliggräber in Osttirol“ von Prof. Dr. Franz Kollreider wurde die Krippe um das Jahr 1830 gebaut und von Anna Wiedemair um 1920 renoviert. Die Figuren aus Holz haben Bruno Costa und seine Schüler 1924 gefertigt. „Bruno Costa betrieb damals eine Schnitzschule in St. Jakob. Leider sind die von diesem großartigen Künstler und seinen Schülern handgeschnitzten Figuren verschollen. Wir unternehmen derzeit große Anstrengungen, dass diese kunstvollen Figuren wieder heimkommen können. Derzeit haben wir die Krippe mit wunderschön gefrästen Grödner Holzfiguren ausgestattet“, berichtet Erwin Leitner.
Pfarrgemeinderats-Obmann Kurt Kleinlercher: „Erwin Leitner, Kurt Leitner und Albin Unterkircher gebührt für ihre außergewöhnlichen Leistungen für den Erhalt dieses alten Kulturgutes ein großes Vergelt’s Gott. Dieser Einsatz ist unbezahlbar. Die kleine finanzielle Entschädigung kann nur eine kleine Anerkennung sein!“
Zum ersten Mal präsentiert wurde die restaurierte Krippe im Rahmen der Seniorenweihnachtsfeier am Sonntag, 18. Dezember, im örtlichen Gemeindesaal. Zu Weihnachten wird sie in der Pfarrkirche aufgestellt und am Christtag beim Weihnachtshochamt von Pfarrer Damian Frysz der Öffentlichkeit präsentiert.
„Ein bitterer Wehrmutstropfen ist leider, dass die wertvollen Krippenfiguren – Werke aus der Costa-Schnitzschule – nicht mehr auffindbar sind. Wir würden uns über Spenden für die Krippenrenovierung und für die Neuanschaffung von Figuren sehr freuen“, so der Pfarrgemeinderats-Obmann abschließend.
Spenden für die Krippenrenovierung:
AT52 3637 8000 0502 1548
Raiffeisen Regionalbank Matrei in Osttirol
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger