Sillian: Behörde genehmigt Sperre der B 100 für Faschingsumzug nicht
Die Beeinträchtigung des Schwerverkehrs durch eine Sperre führt die BH Lienz als Grund für die Ablehnung an. Gleichzeitig schlägt sie eine Alternativ-Route für den Faschingsumzug vor.
Die Narrengilde Sillian erreichte am Dienstag, 7. Feber 2023, per E-Mail ein Schreiben der BH Lienz (datiert mit 3.2.2023) bezüglich des Ansuchens zur Nutzung der B 100 für den geplanten Faschingsumzug am Dienstag, 21. Feber. „Nach Prüfung der zu erwartenden Beeinträchtigungen der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs auf der B 100 Drautalstraße einerseits und dem Vorliegen von Alternativmöglichkeiten andererseits muss festgehalten werden, dass eine Straßensperre der B 100 Drautalstraße zum Zweck des Faschingsumzuges in Sillian nicht erfolgen kann“, heißt es in dem Schreiben.
Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens hätte sich „eine massive Beeinträchtigung für den Schwerverkehr durch eine allfällige zeitweise Sperre der B 100 herausgestellt, wobei Kapazitäten für Abstellorte für LKWs, welche aufgrund einer Sperre warten müssten, nur begrenzt bzw. nicht ausreichend vorhanden sind“. „Letztendlich müssten LKWs auch auf der B 100 Drautalstraße nach Erschöpfen der anderweitigen Kapazitäten abgestellt werden“, heißt es in dem Schreiben.
„Dem gegenüber steht die Aussage des Baubezirksamtes Lienz, wonach im Grenzareal Arnbach sowie auf den Abstellplätzen zwischen Lienz und Abfaltersbach ausreichend Stellplätze vorhanden sind. Eine Zählung des Schwerverkehrs am Dienstag, 7.2.2023, im beantragten Zeitfenster zwischen 14.55 Uhr und 16.00 Uhr hat ergeben, dass gesamt in beide Richtungen 49 Schwerfahrzeuge und 1 Reisebus durch Sillian gefahren sind. Während des gestrigen Verkehrsunfalles in Tassenbach, bei dem die B 100 auch ca. 1 Stunde gesperrt war, waren zwischen dem Unfallort in Tassenbach und Abfaltersbach in Fahrtrichtung Sillian lediglich 13 LKW zu stehen gekommen. In Fahrtrichtung Lienz waren zum Zeitpunkt des Unfalles 11 Schwerfahrzeuge zwischen dem Unfallort in Tassenbach und dem Hofer Markt in Heinfels angestanden. All diese Fakten sprechen gegen den Ausschluss-Grund, welchen die BH Lienz in ihrem Schreiben anführt“, teilt die Narrengilde Sillian in einer Presseaussendung mit.
Als alternative Streckenroute wird von der Polizeiinspektion Sillian der Umzug vom Industriegebiet bei der Tischlerei Kassewalder, sodann über die Bahnüberführung, in Folge über die sogenannte Bahnhofstraße zum Marktplatz vorgeschlagen. „Diese Variante kann seitens der Narrengilde Sillian als Veranstalter des Umzuges auf Grund sicherheitstechnischer Bedenken nicht umgesetzt werden, zumal es sich hierbei u.a. um sehr schmale Straßenabschnitte handelt und eine Abgrenzung zu den erwartenden zahlreichen Zusehern nur durch umfangreiche Absperrungen möglich ist, während auf der 2-spurigen Bundesstraße genügend Abstand zwischen Publikum und Akteuren vorhanden ist“, hält die Narrengilde dazu fest.
Die BH Lienz führt zu dieser Alternativ-Route aus: „Eine Prüfung dieser vorgeschlagenen Alternative hat ergeben, dass diese Route mit sämtlichen Fahrzeugen, die dem Kraftfahrgesetz entsprechen, passiert werden kann.“
Jedenfalls ist die ablehnende Haltung für die Narrengilde Sillian „auf Grund der nachweislich ausreichenden Stellplätze für den Schwerverkehr” unverständlich. „Ebenso unverständlich ist auch der späte Zeitpunkt, 14 Tage vor dem Faschingsdienstag eine 1,5-seitige Mitteilung auf ein Ansuchen, welches am 7.10.2022 an die Behörde gerichtet wurde, zu übermitteln. Bedauerlich, dass mit solchen Entscheidungen eine langjährige traditionelle Veranstaltung in Frage gestellt wird und vielen Beteiligten, die mit Herzblut und Leidenschaft seit Jahren ihre Freizeit und auch finanzielle Mittel dafür eingesetzt haben, die Motivation für einen gesellschaftlichen Beitrag in der Gemeinde genommen wird“, heißt es in der Presseaussendung der Narrengilde Sillian abschließend.
Schreiben der BH Lienz vom 3.2.2023
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute