Schutzstatus des Wolfs: Umweltministerin sieht keinen Handlungsbedarf

Während Bauern, Funktionäre sowie Regionalpolitiker die Entnahme von Problemwölfen einfordern, erteilt Österreichs Umweltministerin der Änderung des Schutzstatus eine Absage.

Umweltministerin Leonore Gewessler hat sich in einer aktuellen Stellungnahme zum hohen Schutzstatus des Wolfs in Österreich bekannt. Die Bundespolitikerin setzt auf Herdenschutz, um eine gute Koexistenz mit der Almwirtschaft zu ermöglichen. Gewessler befürwortet die geltende FFH-Richtlinie, lehnt „wolfsfreie Zonen“ als EU-rechtlich unmöglich ab und bezeichnet die Durchführung von Herdenschutz-Maßnahmen als „unumgänglich“.

 

Das Umweltministerium mit Grünen-Politikerin Leonore Gewessler will am strengen Schutzstatus für Wölfe in Österreich nicht rütteln.

 

„Dies ist ein wichtiges politisches Signal. Wölfe sind zu Recht geschützt, und daher braucht es vernünftige Herdenschutz-Lösungen statt schießwütiger Parolen. Bund und Länder sollten dafür gemeinsam an einem Strang ziehen“, tönt es dazu von Seiten des WWF. WWF-Wolfsexperte Christian Pichler vertritt die Ansicht, dass Wölfe, werden sie rechtzeitig durch fachgerechten Herdenschutz abgeschreckt, Weidetiere meiden und sich auf ihre ökologische Rolle als eine Art „Gesundheitspolizei“ des Waldes konzentrieren würden.

Die Bedenken und Argumente der Tiroler Schafbauern und Ziegenhalter, dass Herdenschutz in vielen hochalpinen Regionen nicht umsetzbar sei, wurden damit auch von der österreichischen Umweltministerin vom Tisch gewischt. Bis dato wurden im heurigen Jahr tirolweit rund 100 Schafe und Ziegen gerissen. Es bleibt abzuwarten, welche Folgen die unkontrollierte Rückkehr der großen Beutegreifer auf die Almwirtschaft in Tirol haben wird.

 

Text: J. Hilgartner, Fotos: Ralph Frank, ExpaPictures

31. August 2020 um