Schloss Runkelstein: Der größte profane Freskenzyklus des Mittelalters
Schloss Runkelstein – die Bilderburg, thront mächtig auf einem Porphyrfelsen über der Stadt Bozen und beherbergt den größten profanen Freskenzyklus des Mittelalters.
1385 erwerben die Brüder Franz und Niklaus Vintler Burg Runkelstein und statten diese mit einem überwiegend profanen Bildprogramm aus, das bis heute ein nahezu einzigartiges Beispiel spätmittelalterlich höfischer Kultur, idealisierter Adelsschau und literarischen Motiven in der Malerei darstellt.
SONDERAUSSTELLUNG: WER‘S GLAUBT WIRD SELIG
– HEINRICH VON BOZEN
11. Juni 2022 – 8. Jänner 2023 Am 10. Juni 1315 ertönten auf wundersame Weise die Glocken der Stadt Treviso und kündeten vom Tod des Heinrich von Bozen. Die Bürger eilten zur Kathedrale und bewachten tagelang den Sarg desjenigen, der so lange Zeit als einfacher Tagelöhner unter ihnen gelebt hatte. Schon bald kamen Menschen von überall her, aus Brescia, Chioggia, Feltre, Ferrara, Padua, Perugia, Venedig, oder Verona, um am Grab zu beten. Kurz darauf kam es zu ersten wundersamen Ereignissen und Stadt und Kirche beschlossen, eine Kapelle zu Ehren des Verstorbenen zu errichten, Leben, Tugenden und Wunder sollten aufgeschrieben werden und Gesandte wurden nach Avignon geschickt, um den Papst um eine offizielle Heiligsprechung zu bitten.
1750 wurde Heinrich von Bozen durch Papst Benedikt XIV. seliggesprochen. Darauf festigte sich auch im Tiroler Raum der Kult um den Seligen. In dieser Zeit entwickelte sich die Ikonografie Heinrichs, wie wir sie kennen: gedrungene Statur, üppiger Bartwuchs, kurzes Haar, nackte Füße, das Gewand aus einfachem, grauem Tuch, Pilgerstab und einen breitkrempigen Hut in der Hand oder unter dem Arm. Manchmal findet man ihn aber auch als Waldarbeiter mit entsprechenden Attributen und Rosenkranz.
Aufgrund seiner Herkunft, seines tugendhaften Lebens und seiner Wunder beschloss die Stadt Bozen, ihn zu ihrem Patron zu wählen und sein Geburtshaus erhielt die Bezeichnung Heinrichshof. 1759 bekam Bozen mit Approbation des Domkapitels von Treviso und des Senats von Venedig Reliquien des Seligen zugesprochen. Von der Loretokapelle weg, die damals an der Eisackbrücke stand, wurden die Reliquien in feierlicher Prozession und unter Teilnahme der Bozner Stände zur Pfarrkirche gebracht. Entlang des Weges errichtete man Triumphpforten, eine am Kapuzinerkloster, eine vor dem Portal der Pfarrkirche. Hier beginnt die Geschichte Heinrichs von Bozen als Patron seiner Geburtsstadt.

ÖFFNUNGSZEITEN
Sommer: 16.03. bis 01.11.2022
DI bis SO von 10.00 bis 18.00 Uhr
Winter: 02.11.2022 bis 15.03.2023
DI bis SO von 10.00 bis 17.00 Uhr
MO geschlossen außer Pfingstmontag, 15. August und Montag, 2. Jänner 2023
Am 24./25. und 31. Dezember 2022 sowie am 01. Jänner 2023 geschlossen!
Täglich geführte Besichtigungen um 14.30 Uhr
Die Burgschänke erwartet die Besucher täglich, außer Montag, zu den Öffnungszeiten der Burg mit leckeren Speisen und Getränken. Für Reservierungen: restaurant@runkelstein.it
Schloss Runkelstein
Kaiser-Franz-Josef-Weg 1, I-39100 Bozen/Bolzano
Tel.: +39 0471 329808
runkelstein@runkelstein.info
www.runkelstein.info
Fotos: © Stiftung Bozner Schlösser