Prägraten: Entminungsdienst des Bundesheeres stellte Brandbomben sicher
Immer mehr Brandbomben bzw. Blindgänger, die in Zusammenhang mit der Notlandung der „Tante Ju“ im 2. Weltkrieg stehen, werden vom Gletscher freigegeben.
Am 4. Jänner 1941 wurde auf dem Gletscher in nordöstlicher Richtung der Dreiherrnspitze ein deutsches Militärflugzeug mit elf Mann Besatzung im Sturm zur Notlandung gezwungen. Das Militärflugzeug wurde von britischen Kampfbombern beschossen. Im Juli 2002 entdeckten Prägratner Bergretter in einer Seehöhe von 2.750 Metern vom Gletscher freigegebene Flugzeugwrackteile. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Flugzeug um eine Junkers „Ju 52″ und um die Maschine, die 1941 am Gletscher notlanden musste, handelt. Die Wrackteile wurden nach und nach geborgen und abtransportiert.
„Die Bergrettung Prägraten hat uns kürzlich informiert, dass sie im Bereich des Fundortes der Ju 52 wieder verdächtiges Material gesichtet hätte. Der Entminungsdienst des Österr. Bundesheeres hielt sich am 21. August zufällig in Kärnten auf und rückte nach Osttirol aus. 40 Stück Brandbomben wurden sichergestellt und mit dem Militärhubschrauber abtransportiert“, berichtet Ralf Gigacher vom Militärkommando Kärnten.
Es sei nicht das erste Mal, dass der Entminungsdienst zu einem derartigen Einsatz in die Venedigergruppe ausgerückt sei. „Durch den Rückgang der Gletscher werden immer mehr solcher Brandbomben freigegeben. Der Entminungsdienst ist schon öfters nach Prägraten ausgerückt, um derartiges Material sicherzustellen. Eigentlich handelt es sich um einen Routineeinsatz. Wir haben auch diesmal wieder sehr rasch gehandelt. Der Einsatz konnte nach ein paar Stunden abgeschlossen werden“, so Gigacher.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images




