Oberdrauburg feiert „700 Jahre Verleihung des Marktrechtes“

Am 30. Jänner 1325 erhielt Oberdrauburg das Marktrecht. Ihren 700. Geburtstag feiert die Oberkärntner Marktgemeinde mit einem vielfältigen Programm. Zum Jubiläum wurde eine Broschüre erstellt und eine Ausstellung eingerichtet.

„Die Bedeutung des Handelsplatzes Oberdrauburg wurde schon vor 700 Jahren am 30. Jänner 1325 mit der Verleihung des Marktrechtes unterstrichen. Mit der Erhaltung des historischen Marktzentrums und der Errichtung des Drauforums als Abschluss der Marktstraße hat sich unsere Marktgemeinde zu einer blühenden Zentrumsgemeinde im Oberen Drautal entwickelt“, erklärte Bgm. Stefan Brandstätter bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms im Drauforum am Donnerstag, 30. Jänner 2025 – exakt 700 Jahre nach der Verleihung des Marktrechtes an Oberdrauburg.

Im Drauforum wurde die Dauerausstellung „Draufenster“ eingerichtet, in der das Drautal als Erlebnis- und Geschichtsraum vorgestellt wird. „Das neu errichtete und im Juni 2023 eröffnete Drauforum ist zu einem wichtigen Kommunikationsraum und Treffpunkt für unsere Bevölkerung und insbesondere auch für die Vereine geworden. In der Ausstellung ,Draufenster‘ präsentieren wir die Gemeinden von Kleblach-Lind bis Kötschach-Mauthen“, informierte der Bürgermeister.

 

v.l.n.r.: Gemeindevorständin Mag. Christina Manhart, 2. Vize-Bgm. Siegbert Pucher, Bgm. Stefan Brandstätter, 1. Vize-Bgm. Christian Hopfgartner, Sieghard Preis

 

Vorgestellt wurde auch die 24-seitige Broschüre „Marktplatz der Geschichte“. Sieghard Preis hat eine Chronologie der Marktgemeinde von den Ursprüngen bis heute erstellt. Die frühesten menschlichen Spuren in der Region aus der Jungsteinzeit werden in der Broschüre genauso thematisiert, wie die Zeit der Römer, die erste Christianisierungswelle im Drautal und die wechselnden Herrschaften, die das Land regierten – von den Lechsgemünder Grafen und den Grafen von Tirol über das Bistum Salzburg bis hin zu den Görzer Grafen und den Habsburgern.

 

Auszug aus dem Veranstaltungsprogramm zum Jubiläumsjahr „700 Jahre Marktrecht für Oberdrauburg“

13. Juni 2025
Theater, Konzert, Ausstellung: „Die Sage vom ewig jungen Rosengarten in Oberdrauburg“ mit der Volksschule Oberdrauburg und der Musikschule Oberes Drautal

28. Juni 2025
Kranzlsingen mit dem Männergesangsverein und dem Singkreis Oberdrauburg

10. Juli 2025
Theaterwagen der Komödienspiele Porcia

19. Juli 2025
Festakt „700 Jahre Marktrecht” mit Jubiläumskonzert der Musikkapelle Oberdrauburg und der Trachtenkapelle Rangersdorf

24. Juli 2025
Konzert „Via Iulia Augusta“ mit Harri Stojka

2. August 2025
4. Markt- & Brauchtumsfest

9. August 2025
Tanzkonzert „Via Iulia Augusta“ mit Eddie Luis und seinen Jazzbanditen

25. September 2025
Angelobungsfeier des Österreichischen Bundesheeres

 

 

30. Jänner 1325 – der Geburtstag der Marktgemeinde Oberdrauburg

1325 erhielt Oberdrauburg das Marktrecht mit dem Recht, Maut einzuheben. Die Gräfin Beatrix von Görz schenkt ihrem Hofmeister „Heinrich den Maulkorb von Oberdrauburg” zwei Türme ober dem Markt unter der Burg verbunden mit diesem Marktrecht. Dieses Maut- und Marktrecht war eine willkommene Geldeinnahmequelle für die Herrschenden und ihre Untertanen. Bereits im 12. Jahrhundert, mit dem Eintritt der Grafen von Görz in die Geschichte, ist das Recht, Wegezölle einzuheben, ein entscheidender Faktor für den Wert dieses Gebietes.

Im Lauf des 13. Jahrhunderts entstand im Schutz der „Burg“ eine Straßensiedlung an der Abzweigung zur Straße über den Gailberg. Der Marktplatz profitierte von seiner verkehrsgünstigen Lage und konnte auch hohe Mauteinnahmen erzielen. Begünstigt durch seine Lage am Schnittpunkt des Drautals mit dem Nord-Süd-Übergang über den Plöckenpass war der Ort über viele Jahrhunderte ein wichtiger Platz für Handel und Gewerbe, Maut- und Zollabgaben sowie Geleitsrechte, die ein Schirmherr als Schutzgebühr erhob.

Aus: „Marktplatz der Geschichte“

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

30. Januar 2025 um