Matrei i.O.: Drei Häuser durch Lawine in Mitleidenschaft gezogen

Oberhalb des Ortsteiles Auerfeld ist am Abend des 17.12. eine mächtige Gleitschneelawine abgegangen. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden.

Am Abend des 17.12.2020 gingen beim Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Matrei in Osttirol und beim Bürgermeister der Marktgemeinde Matrei in Osttirol um ca. 18.20 Uhr telefonische Meldungen ein, dass sich um ca. 18.15 Uhr oberhalb des Matreier Ortsteiles „Auerfeld“ eine Gleitschneelawine gelöst hätte. Der Bürgermeister forderte daraufhin einen Feuerwehr- und Gemeindebauhofeinsatz an, wobei die Meldung über die Leitstelle Tirol („C-Technik Eigenanforderung: Matrei/Osttirol, Auerfeld 23 – Schneerutsch“) erfolgte. Daraufhin rückten die FF Matrei unter Kommandant DI (FH) Martin Köll mit gesamt 12 Mann, dem Kommandofahrzeug und der 24-m-Drehleiter sowie zwei Lawinensituationsbeobachter der Lawinenhauptkommission der Marktgemeinde Matrei unter Vorsitz von Bgm. Dr. Andreas Köll und drei Mitarbeiter der Marktgemeinde (darunter Bauamtsleiter DI (FH) Mathias Steiner und Baureferent Alexander Riepler) aus.

 

 

Nach einer entsprechenden Ausleuchtung des Geländes zu Beurteilungszwecken wurde vom Bürgermeister und den Lawinensituationsbeobachtern eine durchaus mächtige, ca. 70 Meter breite und ca. 60 Meter lange Gleitschneelawine festgestellt, welche direkt unterhalb der Interessentschaftsstraße nach „ZedlachHinteregg“ abgegangen ist. Die Abbruchhöhen bis direkt auf die Grasnarbe betrugen bis zu 75 cm. Das Objekt Auerfeld 25 wurde an der Rückseite bis zu vier Meter hoch verschüttet, die Gesamthöhe im Auslauf der Lawine beträgt ca. acht Meter. Dort dürfte eine außen liegende Luftwärmepumpe beschädigt worden sein. Weitere Sachschäden konnten noch nicht festgestellt werden, anscheinend sind jedoch keine Lawinenteile in Häuser vorgedrungen.

Das Wohnhaus Auerfeld 23 wurde an der Rückseite bis zu vier Meter hoch verschüttet. Oberhalb von Haus Auerfeld Nr. 42 wurde noch kein Abgang festgestellt, weshalb für dieses in den nächsten Tagen noch eine mögliche Gefährdung besteht. Alle BewohnerInnen der „Auerfeldsiedlung“ im Einzugsbereich wurden nochmals angewiesen, Außenanlagen nicht zu betreten und bei entsprechender Erwärmung/Abkühlung die Lawinenhauptkommission im Bedarfsfalle zu einer Beurteilung anzufordern.

 

 

Aufgrund der unmittelbar vom Gemeindeeinsatzleiter/Bürgermeister behördlich angeordneten Absperrmaßnahmen wurde daraufhin die Gemeindestraße nach Auerfeld (vom Erhalter) sowie der  gleichfalls in die Virgental-Landesstraße/L24 einmündende Privatweg (von der Erhalterin) mit gesamt vier Scherengittern und Warnleuchten gesperrt. Eine sofortige Befragung aller Haus- und Liegenschaftseigentümer im Einzugsgebiet des Gleitschneeereignisses durch den Bauamtsleiter ergab keine Personenschäden.

Von der Baubehörde wurden gesamt sechs Objekte im Einzugsbereich anhand ihrer, vom Baureferenten mitgebrachten Bauakten überprüft und dabei festgestellt, dass sämtliche Auflagen der Gebietsbauleitung Osttirol der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie weiters vorgeschriebene Sicherheitskonzepte vollinhaltlich eingehalten bzw. umgesetzt worden sind. Aufgrund der Lage mehrerer Häuser in der Lawinenzone gelb gemäß verordnetem Gefahrenzonenplan wurden etwa Dächer und Rückwände der Wohnhäuser verstärkt ausgeführt und für einen horizontalen Lawinen-schneedruck von 500 kg/m² ausgeführt, Fenster und Dachstühle auf möglichen Lawinendruck hin auch entsprechend verstärkt. Für mehrere Häuser liegen auch Sicherheitskonzepte vor, laut denen sich die Gebäudeeigentümer – aus Eigenverantwortung heraus – über Klima- bzw. Wetterdaten und eine damit möglicherweise verbundene Lawinengefahr informieren und im Bedarfsfalle die Lawinenhauptkommission Matrei anfordern sollen.

 

Text: Redaktion, Fotos: FF Matrei/LWK Matrei

18. Dezember 2020 um