Matrei i.O.: Pioniere des Bundesheeres errichteten in Rekordzeit „Behelfsbrücke“

Eine mächtige Lawine verschüttete am 6. Dezember 2020 die einzige Zufahrt zum Matreier Ortsteil „Guggenberg“. Nun errichteten 41 Pioniere aus Salzburg dort eine „Behelfsbrücke“.

Die Versorgung von sechs Haushalten (davon drei bäuerliche), einem Tischlereibetrieb sowie einer größeren Landwirtschaft, die täglich zwischen 800 und 1.000 Liter Milch abliefern muss, war durch den Lawinenabgang äußerst gefahrenvoll. Die mächtige Lawine verschüttete am 6. Dezember 2020 die so genannte Zunigbach-Brücke, also die einzige Zufahrtsmöglichkeit zum Ortsteil Guggenberg als Teil der Matreier Fraktion Ganz. Der Lawinenkegel im Ganz-Graben war ab Straßenniveau bis zu 7 Meter hoch. Die Zunigbach-Brücke wurde zur Gänze zerstört, die so genannte Mittlere Ganz-Brücke stark in Mitleidenschaft gezogen.

 

 

Die Bewohner von Guggenberg konnten in der Zwischenzeit über den Lawinenkegel zu ihren Häusern zufahren. Das wurde jedoch vor allem aufgrund steigender Temperaturen immer gefährlicher. „Die Situation wurde dadurch verschärft, dass die Bichlerbrücke erst im vergangenen September durch Hochwasser gebrauchsuntauglich zerstört wurde und dadurch gesperrt werden musste“, so der Matreier Bgm. Andreas Köll, der am 29. Dezember einen Assistenz-Einsatz beim Militärkommando für Tirol anforderte. „Nur durch die Errichtung einer Ersatzbrücke kann die dringend notwendige Versorgung der Betriebe und Wohnobjekte – insbesondere auch die Zufahrt von Notarzt- und Einsatzfahrzeugen – sichergestellt werden“, hieß es in der Begründung.

 

 

Der Assistenz-Einsatz wurde genehmigt, und so errichteten 41 Pioniere der Baukompanie des Pionierbataillons II. der 6. Jägerbrigade aus Salzburg mit dem stv. Kommandanten Franz Zauner als „Brückenoffizier“ Anfang dieser Woche die Ersatzbrücke. Am Mittwoch, 3. Februar, wurden die Arbeiten abgeschlossen. Zum Einsatz kamen 9,15 Meter D-Brückenelemente im Eigentum der Katastrophenschutzabteilung des Landes Tirol. In der Pontlatz-Kaserne in Landeck sind 108,5 Laufmeter dieser Brückenelemente gelagert.

 

 

„Aufgrund der derzeitigen Situation haben wir aktuell sehr viele Soldaten in Einsätzen, 220 von ihnen stehen aktuell nur im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Tirol im Einsatz. Es war für uns aber selbstverständlich, dass wir in Osttirol helfen. Mit dieser Brücke schaffen wir die Voraussetzungen für ein sicheres Befahren der Straße und dafür, dass die Menschen gefahrlos ihre Häuser und Arbeitsstätten weiter nutzen können“, erklärte der Tiroler Militärkommandant Ingo Gstrein zum Assistenz-Einsatz des Bundesheeres in Matrei.

 

 

„Die provisorische Brücke wurde von den Bundesheer-Pionieren sehr professionell und in Rekordzeit errichtet. Bedanken möchte ich mich nicht nur bei den Kameraden aus Salzburg, sondern insbesondere auch beim Verteidigungsministerium und beim Tiroler Militärkommandanten Brigadier Ingo Gstrein“, so Bgm. Andreas Köll. Im kommenden Mai wird die Ersatzbrücke wieder abgebaut, danach von der Strasseninteressentschaft Ganz-Guggenberg und der Marktgemeinde Matrei eine Stahlbetonbrücke errichtet.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Bundesheer/Vizeleutnant Martin Hörl

04. Februar 2021 um