Lienz: Eisenbahnfreunde richten Sonderausstellung im Südbahn Heizhaus ein
Die Schau über die Entwicklungsgeschichte des Eisenbahnmuseums im Südbahn Heizhaus in Lienz wird am Samstag, 17. Juni, eröffnet.
„Mit Unterzeichnung des Mietvertrages mit der ÖBB im Oktober 1997 übernahm der Verein die Mammutaufgabe, das Südbahn Heizhaus zu sanieren. Es sollte einige Jahre dauern, bis dieses Vorhaben abgeschlossen werden konnte“, berichtet Obfrau Sonja Notdurfter von den Anfängen.
Im Jahre 1980 kam es unter Bgm. Hubert Huber und Stadtrat Egon Gruber zum Ankauf der Dampflokomotive 52.3816. Fast gleichzeitig wurde der Verein der Eisenbahnfreunde in Lienz gegründet. Vereinsziel: die erworbene Dampflok in Betrieb zu setzen und zu erhalten. Von 1982 bis 1993 dampfte die Lienzer Lok durchs Drau- und Pustertal. Technische Probleme erzwangen trotz gewaltiger Anstrengungen einzelner Mitglieder die Abstellung. So wurde die 52iger zur Ausstellungslok in Dauerleihgabe.
1995 erwarb der Verein die E-Lokomotive 1020.018 und restaurierte sie. Sie ziert heute den Osttiroler Südbahn Express, einen der schönsten Nostalgiezüge Österreichs. Im Jahr 1997 begab man sich auf die Suche nach einem geeigneten Unterstand für die im Laufe der Zeit größer gewordene Sammlung an schienengebundenen Fahrzeugen. Der Verein wurde fündig. „Mit Unterzeichnung des Mietvertrages mit der ÖBB übernahm der Verein die Aufgabe, das Lienzer Südbahn Heizhaus in ein Museum überzuführen. Mit Hilfe von EU, Bund, Land, Gemeinden, Tourismusverband, Denkmalamt, vielen Spenden und Arbeitsleistungen durch Vereinsmitglieder konnte die Sanierung im Jahr 2014 abgeschlossen werden“, so Notdurfter.

2015 wurde das Museum der Öffentlichkeit vorgestellt. DI Walter Hauser, Leiter des Denkmalamtes in Tirol, sprach von einer „Kathedrale des Geruchs, des Schweißes, der Arbeit und des Rußes“. Diese Attribute zeichnen bis heute das Südbahn Heizhaus aus. In den Jahren danach wurde ein umfangreiches Archiv, eine Bibliothek mit ca. 5.000 Eisenbahnbüchern, eine Zeitschriftensammlung mit tausenden Schriften aus dem Eisenbahnbereich sowie eine Dokumentation über die Errichtung des Mobilitätszentrums erstellt. Seit dem Vorjahr ziert die vom Verein restaurierte Dampflok 77.244 auf der im Jahr 1942 errichteten Drehscheibe die südliche Zufahrt zum Mobilitätszentrum.
2021 wurde das Museum registriert und im Oktober 2022 mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel ausgezeichnet. Das Museum wird im Ehrenamt geführt. Die Sammlung konzentriert sich vorwiegend auf Lokomotiven, Waggons und technische Gerätschaften, die auf der ehemaligen Südbahnstrecke Villach – Lienz – Franzensfeste im Einsatz waren sowie historische Pläne, Fotos und Bücher.
„Das Museum genießt internationalen Ruf – nicht nur bei Eisenbahnliebhabern. Der Verein der Eisenbahnfreunde zählt derzeit rund 550 Mitglieder. Wir wollen kulturgeschichtliche Zusammenhänge dokumentieren, Begeisterung für Eisenbahngeschichte wecken und Bewusstsein für die Bedeutung der Südbahnstrecke gestern und heute schaffen. Unsere Kernaufgaben liegen in der Führung des Museums, in der Organisation und Durchführung von Sonderfahrten mit dem Südbahn Express, in der Fahrzeugrestaurierung sowie im Modellbahnbau“, informiert die Obfrau.
Sonderausstellung „Entwicklungsgeschichte des Eisenbahnmuseums im Südbahn Heizhaus“
Eröffnung am Samstag, 17. Juni 2023, 11.00 Uhr
Begrüßung: Sonja Notdurfter, Obfrau Verein der Eisenbahnfreunde Lienz
Moderation und Eröffnung: Mag. Dr. Karl Notdurfter
Festredner: Mag. Dr. Karl Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums
Musikalische Begleitung: Hannes Kawrza (Saxophon)
bis 14.00 Uhr: kleine Imbisstheke
Text: Redaktion, Fotos: EBFL/Brunner Images