Lawinen: 24er Hochgebirgsjäger übten mit Einsatzorganisationen am Staller Sattel

Geübt wurden die zivil-militärische Zusammenarbeit, der Einsatz militärischer Sonderfahrzeuge für den Verwundetentransport und die Übergabe an Rettungsorganisationen.

Die Lawineneinsatzzüge des Hochgebirgsjägerbataillons 24 übten gemeinsam mit der Bergrettung Osttirol, der Alpinpolizei, der Hundestaffel und dem Roten Kreuz mit insgesamt 141 Teilnehmern am Staller Sattel in St. Jakob im Defereggental. Übungsannahme war, dass bei einem Lawinenunglück die zivilen Suchmannschaften nach einer Alarmierung durch das Bundesheer verstärkt werden müssen.

Aufgrund anhaltender und starker Schneefälle spitzt sich die Lawinensituation in Osttirol dramatisch zu. Für den Bereich nördlich von Lienz und über 1.800 Metern Seehöhe wird die Lawinenwarnstufe 4 (hoch) ausgegeben. Die Semesterferien in Tirol und Kärnten führen zu einem erhöhten Aufkommen an Wintersportlern in den Bergen.

 

Alfred Unterasinger und Bergrettungs-Obmann Peter Ladstätter bei ersten Einsatzleiterabsprachen

 

Bei der Leitstelle Tirol geht um 8.00 Uhr ein Notruf ein. Im Bereich Staller Sattel sei es zu einem schweren Lawinenunglück mit mehreren Verschütteten gekommen. Die Bergrettung, die Alpinpolizei sowie das Rote Kreuz wurden sofort alarmiert. Das Hochgebirgsjägerbataillon 24 erhält bereits um 8.30 Uhr nach Anforderung durch die Bezirkshauptmannschaft den Auftrag, die Lawineneinsatzzüge (LawEZg) der Garnisonen Lienz und St. Johann in Tirol zu formieren. Zusätzlich werden Hundeführer der Suchhundestaffel Osttirol zur Unterstützung der Lawineneinsatzzüge alarmiert.

 

 

Der erste Lawinenabgang ereignet sich am NW-Fuß des Rosskopf mit einem Lawinenkegel von 100 mal 50 Metern. Eine fünfköpfige Schneeschuhwandergruppe war vom Parkplatz abseits des Winterwanderweges in Richtung Staller Sattel unterwegs, als eine Skitourengruppe mit drei Personen in Querfahrt oberhalb ein Schneebrett auslöste. Die Skitourengruppe sowie vier Schneeschuhwanderer werden erfasst und verschüttet.

Die ersten zivilen Einsatzkräfte sind rasch vor Ort und können die Skitourengruppe bergen. Die Schneeschuhwanderer waren jedoch ohne Lawinennotfallausrüstung unterwegs und müssen nun mit Sonden gesucht werden. Die Bergrettung beginnt mit dem Rastersondieren und legt Markierungen an. Nach dem Eintreffen des LawEZg und der Suchhundestaffel aus Lienz können zwei weitere Personen geborgen werden.

 

 

Während des laufendenden Einsatz geht um 13.30 Uhr ein weiteres Schneebrett ab, bei dem eine fünfköpfige Skitourengruppe vom Staller Sattel auf dem Rückweg Richtung Parkplatz verschüttet wird. Der zweite Lawinenabgang ereignet sich 400 m westlich mit einem Lawinenkegel von 60 mal 30 Metern. Eine Person konnte den Unfall vom Winterwanderweg aus beobachten und alarmiert die bereits anwesenden Einsatzkräfte. Der zivile und der militärische Einsatzleiter entscheiden, die Kräfte zu teilen und die vorhandenen Ressourcen nach Dringlichkeit einzusetzen.

 

Im Einsatz war auch das Gefechtsfahrzeug BvS10.

 

Die Lawineneinsatzübung am Staller Sattel dauerte insgesamt sieben Stunden. 141 Personen waren insgesamt im Einsatz. „Die Zusammenarbeit, von der Alarmierung bis zum gemeinsamen Schaufeln, war von gegenseitiger Wertschätzung geprägt“, sprachen die Vertreter aller Organisationen von großer Professionalität in der Vorbereitung und Durchführung dieser Großübung.

 

Text: Redaktion, Fotos: Kurnik

16. Februar 2024 um