Lavant: 90 tote und vermisste Schafe auf Alm, Bauern fordern unverzügliches Handeln

Nahe der Lavanter Alm sind weitere tote Tiere entdeckt worden. Dutzende Schafe werden vermisst – das ist die bittere Bilanz der Besitzer.

Der Angriff auf die Tiere dürfte in der Nacht auf Mittwoch und in der Nacht auf Donnerstag passiert sein. Bereits vorher hatten die Schafhalter, denen sich nun erneut ein grausames Bild bot, vereinzelt tote Tiere gefunden. Die Ergebnisse der Proben, die vom Amtstierarzt genommen wurden, stehen noch aus. Darüber, dass es sich um Wolfsrisse handelt, besteht jedoch kein Zweifel.

Von der Herde mit 196 Tieren konnten nur noch rund 100 lebend vorgefunden werden. Einen ganzen Tag lang wurde in dem Gebiet nach den restlichen Tieren gesucht, doch keines gefunden. Am Freitag, 4.9., wurden die verbliebenen Schafe von der Alm abgetrieben – auch die fünf Esel, die eigentlich als Herdenschutz gedacht waren, die aber, wie es sich nun herausgestellt hat, gegen einen großen Beutegreifer nichts ausrichten können. Vielmehr weist einer der Esel selbst mehrere Verletzungen auf, die mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Wolf stammen. Die betroffenen Schafbauern fordern nun das unverzügliche Handeln der Politik ein – zur Wahrung der Kulturlandschaften auf den Almen, zur Aufrechterhaltung der sonst schon geringen Überlebensfähigkeit von Schafzüchtern/Bauern und vor allem zur längst schon überfällig gewordenen Umsetzung von Tierschutz. Es könne nicht sein, dass ein Wolf geschützt werde, 100 Schafe aber nicht.

Ende August sind unweit der Lavanter Alm, nur zehn Kilometer entfernt, auf der Leisacher Kofelalm und in Leisach selbst tote Schafe entdeckt worden. Die Proben sind noch nicht ausgewertet. Wie das Land aber in einer Aussendung formulierte, bestehe „der konkrete Verdacht auf einen Wolfriss“.

 

Text: Redaktion, Symbolfoto: AdobeStock/Deniz

06. September 2020 um