Bergrettung Tirol hielt Landesversammlung in Osttirol ab – Leitung im Amt bestätigt

Auf ein bewegtes „Corona-Jahr“ blickte die Bergrettung Tirol bei ihrer Landesversammlung am Samstag, 26. Juni, im Tauerncenter in Matrei in Osttirol zurück.

Der neue Wirtschaftslandesrat Anton Mattle ist Landesleiter-Stv. der Bergrettung Tirol und moderierte die Landesversammlung, zu der zahlreiche Funktionäre aus ganz Tirol nach Matrei angereist waren. Aufgrund der Corona-Bestimmungen konnten allerdings weniger BergretterInnen als zu „normalen“ Zeiten an der Versammlung teilnehmen. Deswegen wurde die Veranstaltung auch online per Livestream übertragen.

242 Bergretterinnen und 4.374 Bergretter sind derzeit in 91 Ortsstellen aktiv. Für Hermann Spiegl ging seine zweite Funktionsperiode als Landesleiter zu Ende. Er blickte auf ein bewegtes Jahr 2020 zurück. „Dank der Unterstützung durch das Medizin-Corona-Team, das Ausbildungsteam und das Bundesheer konnte die Kurssaison umgesetzt und finanziell bewältigt werden. Den Leerstand im Ausbildungszentrum Jamtal haben wir für einen Umbau genutzt. So konnten zu Beginn des heurigen Jahres dort schon wieder die ersten Grundkurse stattfinden“, so Spiegl. Derzeit werde an einer Lösung für die von Finanzamt und Österreichischer Gesundheitskasse geforderten Änderungen bei der Bezahlung der AusbildnerInnen gearbeitet. „Wenn wir die AusbildnerInnen bei der ÖGK anmelden müssten, würde das Mehrkosten von rund 200.000 jährlich verursachen“, erklärte der Landesleiter.

Schwierig sei es, Funktionärinnen und Funktionäre für die Bergrettung zu finden. „Mit einer vor allem auch personell gut ausgestatteten Geschäftsstelle wollen wir die Ortsstellen bestmöglich unterstützen“, betonte Spiegl. Finanzreferent Ekkehard Wimmer berichtete von einem durchaus positiven monetären Ergebnis im Jahr 2020. „Bei Erlösen von rund 5,1 Mio. Euro und Aufwendungen in Höhe von ca. 4,7 Mio. Euro wurde ein Überschuss von 400.000 Euro erzielt. Die Förderaktion ist noch nie so gut gelaufen, wie im vergangenen Jahr. Die Ausfallsrate konnte von 4,5 % im Jahr 2019 auf 1,9 % im Vorjahr gesenkt werden. Rund 857.000 Euro haben wir für Einsätze verrechnet, bezahlt wurden davon ca. 841.000 Euro“, so Wimmer.

 

v.l.n.r.: Landesleiter Hermann Spiegl, Egon Kleinlercher (Bezirksleiter Rotes Kreuz Osttirol), Bezirksleiter Peter Ladstätter, LR Anton Mattle

 

Die Ausbildungleiter Christian Eder (Alpin) und Markus Isser (Medic) berichteten davon, dass die Corona-Pandemie das Programm ziemlich durcheinander gewirbelt haben. Nach den am 12. und 19. Jänner 2020 durchgeführten Aufnahmeprüfungen „Winter“ konnten Ende Jänner die beiden Steileiskurse im Eispark Osttirol durchgeführt werden. Die Saison im Ausbildungszentrum Jamtal startete wie geplant am 15. Feber mit einem Grundkurs „Winter“ und dem Gastkurs für Bergrettungsärzte und -ärztinnen. Nach dem 2. Grundkurs „Winter“ kam durch Corona das Aus für die Ausbildung. Erst im Sommer 2020 konnte mit den Grundkursen in den Bezirken weitergemacht werden. So gelang es, sechs Grundkurse „Sommer“ durchzuführen.

85 Bergrettungsärzte und 53 Suchhunde-Teams sind derzeit bei der Bergrettung Tirol im Einsatz. 22 Teams sind in Ausbildung. 33 Lawineneinsätze und 25 Sucheinsätze haben die Suchhunde-Staffeln abgearbeitet. Ein großer Erfolg war am 2. April 2021 eine Lebendbergung. Rund 5 Stunden musste das Unfallopfer unter der Lawine ausharren.

Bei den Neuwahlen wurden Landesleiter Hermann Spiegl und sein Stellvertreter Toni Mattle sowie Finanzreferent Ekkehard Wimmer im Amt bestätigt. Bruno Berloffa legte sein Amt zurück. Stefan Hochstaffl wurde an seiner Stelle zum neuen Landesleiter-Stv. gewählt. Bruno Berloffa wurde für seine Verdienste mit dem „Goldenen Ehrenzeichen“ ausgezeichnet, Hubert Schöpf zum Ehrenmitglied ernannt. Egon Kleinlercher, Bezirksleiter des Roten Kreuzes Osttirol, erhielt stellvertretend für alle Einsatzorganisationen im Bezirk Lienz eine Anerkennungsurkunde.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

28. Juni 2021 um