Kriminalstatistik Osttirol: Gemeldete Delikte im Jahr 2021 auf 1.636 gesunken
Besonders stark stieg im Vorjahr die Anzahl der Delikte in Zusammenhang mit Internetbetrug. 59,5 Prozent aller Straftaten konnten geklärt werden.
Die vor Kurzem veröffentlichte Kriminalstatistik 2021 zeigt, dass die Zahl der Anzeigen im Vergleich zu 2020 um 4,5 Prozent auf 1.636 gemeldete Delikte gefallen ist. Im Zehnjahresvergleich ist ein Rückgang zu erkennen, wobei seit dem historischen Tiefstand im Jahr 2018 mit 1.504 Delikten und dem folgenden Anstieg in den Jahren 2019 und 2020 nun wiederum ein Rückgang zu verzeichnen ist. 59,5 % dieser Straftaten konnten geklärt werden.
Die Kriminalität verlagert sich zusehends ins Internet. Bei Anzeigen im Zusammenhang mit Gewalt in der Privatsphäre ist eine Steigerung zu verzeichnen.
Gewaltkriminalität
Die Zahl der Körperverletzungen sank 2021 gegenüber 2020 von 105 auf 101. Nötigungen steigerten sich von 5 auf 9 Delikte. Die gefährlichen Drohungen steigerten sich von 44 auf 54 Fälle. Die Zahl der Raubdelikte sank von 3 Delikten auf einen Fall. Insgesamt sanken strafbare Handlungen gegen Leib und Leben um 17 %, was eine Reduktion von 56 Deliktsfällen bedeutet.
Gewalt in der Privatsphäre
Im Jahr 2021 wurden 43 Personen durch Betretungs- und Annäherungsverbot geschützt. Im Jahr 2020 betrug die Anzahl der dadurch geschützten Personen 32.
Sexualstrafrecht
Die strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität sind von 34 auf 32 Delikte gesunken. Die Aufklärungsquote beträgt 96,9 %.
Eigentumskriminalität
Im Jahr 2021 wurden 900 Vermögensdelikte angezeigt, was einen Anstieg zum Vorjahr um 5,1 % bedeutet.
In Wohnhäuser wurde acht Mal eingebrochen, in Wohnungen vier Mal. Die Zahl von Einbruchsdiebstählen in Keller stieg von 3 auf 16 angezeigte Delikte.
Die Zahl der leichten Sachbeschädigungen verzeichnete mit 248 Fällen einen Anstieg um 20 Delikte, was einer Steigerung von 8,8 % entspricht. Die Anzahl der schweren Sachbeschädigungen sank von 8 auf 4 Delikte.
Suchtmittelkriminalität
Die Anzahl der angezeigten Delikte nach dem Suchtmittelgesetz sank von 223 Fällen im Jahr 2020 auf 176 im Vorjahr. Der Rückgang beträgt somit 21,1 % und dürfte insbesondere mit den Maßnahmen zur Mobilitätssenkung im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie und somit mit einer Verlagerung vom öffentlichen in den privaten Bereich erklärbar sein.
Internetkriminalität
2021 wurden im Bereich des Internetbetrugs 139 Delikte angezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 37,6 Prozent (2020: 101 Delikte), wobei die Aufklärungsquote 36 Prozent betrug.
Im Bereich Cybercrime im engeren Sinne (u.a. Money Mules – Personen, die im Internet rekrutiert werden und sich durch die Weiterleitung illegaler Gelder der Geldwäscherei schuldig machen), konnte ein Rückgang von 31 auf 21 Delikte registriert werden.
Fälle von Erpressung im Internet steigerten sich von 7 Delikten im Jahr 2020 auf 17 im Jahr 2021.
Schwerpunkte für das Jahr 2021
„Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Schwerpunktthemen richtig gesetzt wurden. Diese werden für 2022 wiederum an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Eine wichtige Aufgabe dabei ist es, dass Jugendkriminalität durch gezielte Präventions- und Kooperationsmaßnahmen, insbesondere auch im Bereich der Suchtmittelkonsumation, eingedämmt wird“, erklärt Bezirkspolizeikommandant Michael Jaufer.
Am Bezirkspolizeikommando Lienz werde sichergestellt, dass im Bereich Gewalt in der Privatsphäre kompetente AnsprechpartnerInnen zur Verfügung stehen, welche Opfer insbesondere auch in Zusammenarbeit mit Opferschutzeinrichtungen unterstützen können.
Text: Redaktion, Foto: Martin Lugger