Krampusmuseum Kitzbühel: Eintauchen in die wilde Welt des Krampus
Christoph Rieser, Obmann der „Ruatn Pass“, hat das Museum aufgebaut, in dem man unzählige Krampusmasken und weitere Exponate des vorweihnachtlichen Brauchtums bestaunen kann.
Als „Erlebnismuseum“ bezeichnet Christoph die museale Einrichtung, die er im April 2010 eröffnet hat. Die Räumlichkeiten befinden sich neben dem Sportpark Kitzbühel unter der großen Tennistribüne. „2008 habe ich begonnen, die Kellerräume, die mir die Gemeinde zur Verfügung stellt, zu renovieren und ein Museum einzurichten. Das Krampusbrauchtum und vor allem die Masken haben mich immer schon fasziniert“, blickt der gelernte Tischler auf die Anfänge zurück.

Inzwischen ist sein Krampusmuseum auf mehr als 1.000 Quadratmeter angewachsen und somit das größte Krampusmuseum der Welt. „Schon als Kind begann ich, selbst Masken zu schnitzen, später bildete ich mich in der Schnitzschule Elbigenalp weiter.“ Heute schnitzt Christoph nur mehr selten Masken, dafür fertigt er in seiner Werkstatt, die er im Museum installiert hat, unter dem Namen „Rieser Masken und Gwandl“ alles, was ein Krampus sonst so benötigt – Felle, Glockengürtel, Schuhe, Gamaschen und vieles mehr.

„Die Masken werden traditionell aus Zirbenholz hergestellt, das Kopf-Fell besteht meist aus Ziegenfell. Im Laufe der Jahre habe ich mein Talent für das Nähen entdeckt, und so fertige ich die Krampusfelle und alles, was zum ‚Gwandl‘, wie wir die Bekleidung der Krampusse mundartlich nennen, dazugehört. Für die Hörner verwenden die meisten heute aus Traditionsbewusstsein wieder Echthorn“, erzählt der 33-jährige Kitzbüheler.
Christophs Lieblingsmaske ist „Odin“, eine sogenannte „Metzgermaske“ eines Salzburger Schnitzers
Christoph sammelt mit Leidenschaft Krampusmasken aus dem gesamten Alpenraum, und so ist seine Sammlung inzwischen auf 1.054 Masken angewachsen. Alte Tiroler und Salzburger Masken hängen auf den Wänden genauso wie moderne Masken. „Die Osttiroler Schnitzer fertigen ihre Klaubauf- und Krampusmasken nach einem ganz eigenen Stil. Auch solche zeigen wir hier im Museum. Meine Lieblingsmaske ist übrigens Odin, eine sogenannte ,Metzgermaske‘ eines Schnitzers aus Salzburg.“
Jede Maske erzählt ihre eigene Geschichte. Die Beschriftungen umfassen Informationen über den Schnitzer, die Region, die Bedeutung und teilweise auch den Hinweis, bei welchem Umzug die Maske getragen wurde. Eine Almhütte, eine alte Stube, in der Nikolaus und Krampus zu Besuch sind, oder einen Bergbaustollen – mit viel Liebe zum Detail hat Christoph in seinem Erlebnismuseum Räume eingerichtet, in denen die Atmosphäre von Tiroler Tradition und altem Brauchtum in jeder Ecke zu spüren ist.

Musik, Geräusche, Rauch und Nebel erzeugen in Teilbereichen eine ganz besondere Stimmung. So ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur Einheimische, sondern insbesondere auch die vielen internationalen Gäste der Region gerne in die wilde Welt des Krampusmuseums abtauchen. „Es gab schon Tage, an denen ich über 350 Gäste im Museum begrüßen durfte. Gerne zeige ich ihnen dann auch meine Werkstatt und erzähle ihnen von meiner Arbeit.“
Christoph Rieser fertigt in seiner Werkstatt die „Gwandln“ für die Krampusse.
Im Krampusmuseum Kitzbühel kann man sogar im Hochsommer, wenn draußen hohe Temperaturen herrschen, einkehren. „Jetzt im November ist für mich Hauptsaison, weil ich alle Hände voll zu tun habe, damit das Gwandl für die Krampusse rechtzeitig fertig wird“, meint Christoph abschließend und macht sich auch sofort wieder an seine Arbeit.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Franz Reifmüller

















