Kolping Lienz organisierte im Eiltempo Winterbekleidung für die Ukraine
Die Ladung von zwei Pritschenwagen voll mit „warmen Sachen“ ist inzwischen bereits in Linz angekommen und wird dann so bald wie möglich in die Ukraine weiter transportiert.
Genau sechzehn Tage brauchte Kolping Lienz von der Planung bis zum Abschluss der Sammelaktion „Winterbekleidung für die Ukraine“. Sprichwörtlich militärisch geplant, startete die Sammelaktion mit einem Organisationgespräch am 18. Oktober 2022. Es folgte ein Aufruf über digitale Medien samt begleitender Mundpropaganda sowie ein Appell an das Kirchenvolk der örtlichen Stadtpfarre St. Andrä. Schon wenige Stunden später kündigte sich eine sichtbare, breite Resonanz und Hilfsbereitschaft an: Das Foyer des Lienzer Kolpinghauses füllte sich täglich mit dutzenden Taschen, Säcken und Kartons.
Dass nicht nur ausschließlich „Winterbekleidung“ hinterlegt wurde, zeigte sich bei der notwendigen Sortierung der Ware. Und das waren schlussendlich immerhin – hochgerechnet in Kartons – fünfzehn Kubikmeter an Kleidungsstücken, von denen jedes Einzelne in die Hand genommen, begutachtet und ordentlich in den Sammelkartons eingeordnet werden musste. Der ursprünglich Plan, mit einem PKW-Hänger die Ware ins Zwischenlager nach Linz zu transportieren, musste schon ab Tag zwei verworfen werden.

Eine größere Lösung war zu finden und das geht im Handumdrehen, wenn man zufällig im Verein auch einen Logistiker mit an Bord hat, der ganz Österreich mit den LKW seiner Firma ansteuert und deren Chef auch sofort bereit ist, diese Aktion von Kolping Lienz großzügig zu unterstützen. Und so wurde die Sammelware zuerst per Kleinlaster am Montag, 31. Oktober, vom Kolpinghaus zum Lienzer Firmenstandort gekarrt und dann – zwischen Qualitätsmöbeln der Lienzer Tischlerei Forcher – per firmeneigenem Sattelzug nach Linz verfrachtet.
Gratis und schnell – bereits am Mittwoch, 2. November, um 18.00 Uhr, wurde die gesamte Ladung in der oberösterreichischen Landeshauptstadt angeliefert und von den beiden LKW-Fahrern gemeinsam mit Mitgliedern des Vereines „Point of Ukraine” entladen und übernommen. In den nächsten Tagen wird eine Lienzer Delegation die Übergabe an den Verein dann noch persönlich und offiziell vornehmen. Oksana Kuzo, Obfrau von „Point of Ukraine“ – sie ist gebürtige Ukrainerin – wird mit ihrem Team dafür sorgen, dass das Sammelgut einen schnellen und sicheren Weg in die Ukraine und zu den richtigen Adressaten in ihrer Heimatstadt Kharkiv finden wird.
Auch in der Millionenstadt (rund 1,5 Millionen EinwohnerInnen) im Nordosten der Ukraine steht der Winter vor der Tür. Über 600 Gebäude wurden total zerstört. Es fehlt neben fließend Wasser und warmer Heizung vielfach auch an warmer Bekleidung für Kinder und Erwachsene.
Text: Redaktion, Fotos: Kolping Lienz