Kirchenaustritte stiegen in den drei Osttiroler Dekanaten 2022 stark an
422 Personen haben 2022 im Bezirk Lienz der katholischen Kirche den Rücken gekehrt, das bedeutet eine Steigerung der Kirchenaustritte um 49,1 Prozent im Vergleich zu 2021.
359.169 Personen sind mit Stand 31. Dezember 2022 in der Diözese Innsbruck Mitglied der katholischen Kirche. Das bedeutet ein Minus von 1,64 Prozent gegenüber 2021 (365.151 Mitglieder). 6.004 Menschen haben 2022 ihre Mitgliedschaft beendet, das ist eine Steigerung um 18,3 % gegenüber 2021 (5.076 Austritte). Zugleich sind im abgelaufenen Jahr 302 Menschen wieder in die Kirche eingetreten, 51 Menschen haben ihren Austritt widerrufen, und 12 Menschen wechselten aus einer anderen Religionsgemeinschaft in die katholische Kirche.
Im Bezirk Lienz ist die Zahl der Kirchenaustritte im Vorjahr noch stärker gestiegen, als in der gesamten Diözese Innsbruck. Waren es 2021 noch 283 Kirchenaustritte, so haben im Vorjahr 422 in Osttirol lebende Menschen der katholischen Kirche den Rücken gekehrt, das bedeutet ein Plus von 49,1 Prozent. Das Dekanat Lienz verzeichnete 314, das Dekanat Matrei i.O. 81 und das Dekanat Sillian 27 Kirchenaustritte.
25 Personen haben im Bezirk Lienz im Vorjahr ihre Mitgliedschaft in der katholischen Kirche wieder aufgenommen. Somit gibt es es in Osttirol mit Stand 31. Dezember 2022 insgesamt 41.394 KatholikInnen (22.820 im Dekanat Lienz, 10.230 im Dekanat Matrei i.O. und 8.344 im Dekanat Sillian).
Traditionell veröffentlichen die österreichischen Diözesen ihre Statistiken zu Jahresbeginn. Demnach gibt es mit Stichtag 31. Dezember 2022 in Österreich 4,73 Millionen KatholikInnen. 2021 waren es laut amtlicher Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz 4,83 Millionen KatholikInnen. Das entspricht einem Rückgang der Mitgliederzahl von rund zwei Prozent.
Kirche richtet sich mit neuen Angeboten an Menschen, die auf der Suche sind
Die Diözese Innsbruck hat vor Jahren begonnen, sich mit zukunftsorientierten Angeboten auf die sich verändernde Gesellschaft auszurichten. „Es geht darum, die christliche Botschaft, das Angebot von Seelsorge und spiritueller Gemeinschaft über neue Wege zu den Menschen zu bringen. Auch wenn die Bindung an die Institution Kirche rückläufig ist, ist bei vielen gerade in Zeiten der Krise die Sehnsucht nach spiritueller Verwurzelung wieder stärker geworden. Wir richten unser Wirken gezielt darauf aus, Menschen, die auf der Suche sind, neu zu erreichen. Alle Menschen sind willkommen – in allen Lebenslagen, mit allen Fragen und Lebensentwürfen und allem, was sie ausmachen”, so der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler.
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