Kartitsch/Sexten/Comelico Superiore: Neuer Lehrpfad 1753 eingeweiht

Der neue Lehrpfad soll ein Weg zur Wiederentdeckung der alten Grenze zwischen Tirol und Venedig sein. Er wurde am Samstag, 1. Juli, eingeweiht.

Am Projekt „1753″, das mit Hilfe des „Fonds für Kleinprojekte“ der Programme CLLD Dolomiti Live und Interreg V Italien-Österreich 2014-2020 finanziert wurde, sind der Tourismusverein Sexten, die Gemeinde Kartitsch und die Gemeinde Comelico Superiore beteiligt.

Der Weg 1753 verläuft entlang der alten Grenze, welche die Gebiete Tirols von denen der Republik Venedig trennte: 1753 fanden Kaiserin Maria Theresia von Österreich und der Doge Francesco Loredan von Venedig einen Weg, um die ständigen Konflikte zwischen den beiden Staaten zu beenden, indem sie Grenzsteine entlang der gesamten Linie zwischen dem Karnischen Kamm und dem Gardasee aufstellten.

Das Projekt ermöglichte die Restaurierung der Grenzsteine zwischen Kartitsch und Sexten, die Schaffung eines Verbindungsweges, das Anbringen von Wegweisern und die Einrichtung von zwei Infopunkten – einem in Kartitsch und einem am Kreuzbergpass. Diese Infopoints zeigen historische Karten sowie Informationen über die Geschichte dieser Grenze – vom Bau des römischen Castrums bis hin zu den Bunkern des Zweiten Weltkriegs.

 

 

Neben dem historischen Teil – archäologische Untersuchungen haben zahlreiche Stellungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und des faschistischen Alpenwalls ans Tageslicht gebracht, während die Überreste eines römischen Lagers bereits vor Jahren in der Gegend aufgetaucht sind – wurde auch großer Wert auf den naturkundlichen Teil gelegt: Wasserfälle, Eishöhlen, Sümpfe, seltene Pflanzen und Tiere finden sich entlang des Weges.

„1753 war ein echtes Gemeinschaftsprojekt“, erklärt Daniela Zambelli, Präsidentin der Genossenschaft LASSU und Koordinatorin des Projekts zusammen mit Arc-Team: „Wir haben an einer historischen Grenze gearbeitet, die von der Römerzeit bis zum Ersten Weltkrieg reicht, und diese in einen Kulturpfad verwandelt. Am Projekt waren nicht nur die Gemeinden, sondern auch die touristischen Einrichtungen und die Landschaftsschutzämter von Venedig, Bozen und Trient beteiligt.

„Es wurden in den letzten Jahren alle noch sichtbaren Grenzsteine gezählt, bestehende restauriert, verloren gegangene ausgeforscht und damit der Grundstein für das Projekt aus der Sicht des kulturellen Erbes gelegt. In diesem Abschnitt gab es 24 Grenzsteine, von denen 21 heute noch vorhanden und gut erhalten sind“, betont Rupert Gietl, Archäologe und Gründer des Arc-Teams.

Die 1753 „gezogene“ Grenze reichte damals bis zum Gardasee, und es ist ein gemeinsames Ziel aller Projektpartner, diesen Weg in seiner Gesamtheit – also etwa 250 km – weiter ausbauen zu können.

 

v.l.n.r.: Josef Außerlechner (Bgm. Kartitsch), Robert Alexander Steger (Präsident Bezirksgemeinschaft Pustertal, Bgm. Prettau), Thomas Summerer (Bgm. Sexten), Marco Stanuovo (Bgm. Comelico Superiore)

 

Die drei Gemeinden, die durch den neuen Weg miteinander verbunden sind, betonen die Bedeutung dieses Projekts und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für ihre Gebiete, die auch weiterhin intensiv gepflegt werden soll. „Dies ist ein historischer Höhenweg, der Völker und Kulturen verbindet. Es handelt sich um eine wichtige Route, und wir hoffen, dass die Besucher sie nutzen, um die Landschaften, die Geschichte und die Kultur dieser Orte kennen zu lernen. In diesen Jahren hat sich der historische Tourismus stark entwickelt, aber auch die Wanderungen auf den Höhenwegen, die es den Touristen ermöglichen, in Berghütten zu übernachten, um die Menschen, die Sitten und Gebräuche kennen zu lernen: ein neuer Trend, der sich ausbreitet und aus touristischer Sicht sehr interessant ist“, so die Präsidentin des Tourismusverein Sexten, Waltraud Watschinger.

Es handelt sich um eine Route, die schon vor ihrer offiziellen Vorstellung eine wichtige Anerkennung erhalten hat, nämlich die grüne Fahne Legambiente für das Umweltbewusstsein der Gemeinden, und die auch die Zugänglichkeit in den Mittelpunkt stellt.

 

Text: Redaktion, Fotos: Christian Tschurtschenthaler

07. Juli 2023 um