Kals a.Gr.: Alpinisten aus Tschechien mussten am Großglockner biwakieren
Beim Versuch, sich über die Südseite der Hofmannspitze abzuseilen, wurde eine 28-Jährige von einem Stein getroffen, rutschte ab und prallte gegen einen Felsen.
Eine 28-jährige Tschechin und ein 33-jähriger Tscheche unternahmen am Montag, 28. Juni, gegen 5.30 Uhr, als gleichwertige Partner von der Stüdlhütte aus eine kombinierte Klettertour auf den Großglockner. Sie stiegen über das Teischnitzkees auf die Hofmannspitze auf, kamen aber aufgrund der Verhältnisse nur sehr langsam weiter. Nachdem sie am Nachmittag die Hofmannspitze erreichten, setzte Nebel ein, und sie beschlossen die Tour abzubrechen. Dabei gingen sie jedoch nicht über den Aufstiegsweg zurück, sondern seilten sich über die Südseite der Hofmannspitze ab.
Auf einer Seehöhe von ca. 3.500 m löste sich plötzlich oberhalb der 28-Jährigen ein Stein und traf sie am linken Oberschenkel. Sie verlor dabei die Kontrolle über das Abseilgerät, rutschte ab und blieb nach ca. 15 Metern im Seil hängen. wobei sie gegen einen Felsen prallte. Trotz starker Schmerzen versuchten sie weiter abzusteigen, was jedoch nach ca. 100 Metern aufgrund des schwierigen Geländes scheiterte. Wegen der einbrechenden Dunkelheit meldeten sich die beiden beim Hüttenwirt der Stüdlhütte, der umgehend die Bergrettung Kals verständigte. Die Bergrettung nahm daraufhin Kontakt mit den zwei Alpinisten auf, und sie beschlossen gemeinsam, dass die beiden Tschechen ein Notbiwak einrichten und am nächsten Tag mit dem Notarzthubschrauber geborgen werden.
Nachdem am nächsten Morgen aufgrund der Wetterlage vorerst eine Bergung mit dem Notarzthubschrauber unmöglich war, stiegen fünf Bergretter in Richtung Einsatzstelle auf. Nachdem sich die Wettersituation besserte, konnte der Notarzthubschrauber die beiden Personen schlussendlich bergen. Die verletzte 28-Jährige wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus Lienz geflogen, wo sie ambulant behandelt wurde. Die fünf Bergretter wurden vom Polizeihubschrauber „Libelle Tirol“ ins Tal geflogen.
Text: Redaktion, Foto: Ingemar Wibmer