Jägerbataillon 24 wird umfangreich aufgewertet

Zwei neue Kaderpräsenzeinheiten mit 248 Berufssoldaten werden in Lienz und St. Johann i.T. aufgebaut, Anlagen in Lavant erneuert und ausgebaut.  

Nach zwei Jahren lud das Hochgebirgs-Jägerbataillon 24 am Samstag, 2. September, wieder zu einem Garnisonsschießen in die „Lavanter Forcha“. „Aus Spargründen hat diese Veranstaltung in den letzten Jahren nicht mehr stattgefunden. Jetzt stehen in Tirol wieder mehr Mittel für zivile Zwecke zur Verfügung. Uns ist es sehr wichtig, dass wir mit der Bevölkerung zusammenkommen und unsere Leistungen und Angebote der Öffentlichkeit präsentieren“, so Bataillonskommandant Bernd Rott. Das HGebJgB 24 ist derzeit die einzige Einheit des Bundesheeres, die auf den Kampf im Hochgebirge spezialisiert ist, demnächst soll das in Spittal an der Drau stationierte Jägerbataillon 26 wieder in das Kommando Gebirgskampf zurückkehren.

 

Oberst Bernd Rott: „Die Universal-Geländefahrzeuge Hägglund bedeuten nicht nur ein Fahrzeug-System auf höchstem technischen Niveau, sondern beinhalten auch Waffensysteme mit umfangreichen digitalen und computergesteuerten Elementen.“

 

Das HGebJgB 24 ist derzeit in Lienz und St. Johann Arbeitsplatz für 210 Berufssoldaten. „In den nächsten fünf bis sieben Jahren werden wir diesen Mitarbeiterstand mehr als verdoppeln. Zwei neue Kaderpräsenzeinheiten mit jeweils 124 Soldaten entstehen in Lienz und St. Johann. Die erste Kompanie unter der Führung von Markus Nussbaumer steht bis Ende dieses Jahres und hat ihren Sitz in Lienz. Die zweite Kompanie wird für St. Johann in Tirol aufgebaut“, erklärte Bernd Rott. Für die neuen Arbeitsplätze beim Bundesheer sei ein aktives Werben notwendig. „Hauptpool bleibt der Grundwehrdienst. Von Interesse sind für uns aber auch Wiedereinsteiger, und wir arbeiten verstärkt auch mit dem Arbeitsmarktservice zusammen“, so der Kommandant.

 

 

Wie Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil bei seinem Besuch in Osttirol Ende September 2016 angekündigt hat, erhält das Bataillon einige Universal-Geländefahrzeuge der schwedischen Firma Hägglund. „In einem Pilotprojekt bildet unser Bataillon das Zentrum für die Einführung der Hägglund-Fahrzeuge beim österreichischen Bundesheer. Mitarbeiter von uns waren auch schon in Sachen Anpassung der Fahrzeuge auf unsere Verhältnisse in Schweden“, so Rott. Wie viele Hägglunds genau nach Osttirol kommen, ist noch nicht bekannt. Es sollen aber laut Auskunft des Kommandanten 28 bis 34 Stück sein. Im umfangreichen Bauprogramm des Bataillons enthalten ist die Adaptierung der Rüsthalle für die Fahrzeuge und die Erweiterung der Tankstelle in der Haspingerkaserne.

 

Auch die Sektion Bogensport des HSV Lienz lud im Rahmen des Garnisonsschießens zum Mitmachen ein.

 

Als Ziele des Bataillons nannte Bernd Rott neben der Gestaltung eines sinngebenden Grundwehrdienstes mit Spezialisierung auf das Hochgebirge auch einen erkennbaren Nutzen für die Heimat zu stiften sowie die nationale Themenführerschaft im Gebirgskampf und die international relevante Gebirgskampfexpertise. Die Gefechtstrainingsanlage in Lavant werde umgebaut und erweitert. „In Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft planen wir, die Anlage als Übungsraum für Einsatzorganisationen – wie etwa Feuerwehr, Rettung oder Polizei – zu öffnen“, so Rott. Ein Kontingent für den Ausbildungs-Einsatz in Afghanistan werde derzeit in Zusammenarbeit mit Deutschland wieder ausgebildet. „Ein Übungsraum Zentralbalkan soll in Montenegro entstehen. Unser Bataillon ist bei der Einrichtung führend. Wir transferieren hier unser Know-how im Hochgebirgs-Einsatz in einem Konzept an den Balkan“, erklärte der Kommandant.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

04. September 2017 um