HGJgB 24 startete in Lienz die Ausbildung am neuen Gefechtsfahrzeug „Hägglunds“

Die Ausbildung am „BvS10 AUT“, dem neuen Gefechtsfahrzeug der Gebirgstruppe, hat am Montag, 5. Oktober 2020, in der Haspinger-Kaserne begonnen.

Der „BvS10 AUT Hägglunds Vehicles BAE Systems“ ist eines der modernsten Fahrzeuge seiner Klasse weltweit. Die Ausbildung umfasst das Fahrtraining und die Ausbildung an der Waffenstation. In den nächsten Wochen wird das Gefechtsfahrzeug auf den Straßen und Wegen in Osttirol ein ungewohntes Bild abgeben. Der „Hägglunds“ wird mit seiner Bewaffnung und Panzerung den Transport von Soldaten und den Gerätetransport unter Gefechtsbedingungen ermöglichen. Ein Einsatz als Kommando-/Führungsfahrzeug, bewegliche Befehlsstelle, Gefechtsfeldbergung verwundeter Soldaten oder auch das Räumen von Sperren sind mögliche Verwendungen. Die unglaubliche Geländegängigkeit des Gefechtsfahrzeuges steigert auch die Fähigkeit der Gebirgstruppe in Katastropheneinsätzen, etwa wenn es darum geht, abgeschnittene Ortschaften über Wege zu erreichen, die aufgrund der Gefahr umstürzender Bäume gesperrt wurden.

Das Fahrzeug besteht aus einem Vorder- und einem Hinterwagen, die durch ein Knickgelenk verbunden sind. Dieses dient einerseits der Lenkung und andererseits dem Übertragen der Antriebskräfte für den Hinterwagen. Jeder Fahrzeugteil verfügt über zwei angetriebene Gummibandketten, die sowohl dem Vortrieb an Land als auch im Wasser dienen. Trotz 16 Tonnen Gefechtsgewicht (davon rund 12 Tonnen Nutzlast) bleibt der Bodendruck des BvS10 AUT aufgrund der breiten Ketten unter 0,3 bar. Damit kann das Fahrzeug auch wenig tragfähige Böden sicher befahren. Als Antrieb dient ein 210 kW-Turbodiesel der Firma Cummins, der eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h erlaubt.

In den beiden Kabinen finden ein Kraftfahrer und bis zu zehn Soldaten Platz. Sie sind geschützt gegen ballistische-, Minen- sowie ABC-Bedrohungen. Ein Kamerasystem bietet ein 360-Grad-Sichtfeld vom geschützten Innenraum aus. Die fernsteuerbare Waffenstation WS4 Panther von ESL Advanced Information Technology mit üsMG M2 ist für den Transport kippbar und findet auch im „Pandur“ und „Husar“ Verwendung. Zusätzlich ist die österreichische Variante mit Räumschild und Bergewinde ausgestattet. Ein Anhänger mit einer Nutzlast von 1.500 Kilogramm kann an den hinteren Wagen angekoppelt werden.

 

Text: Redaktion, Foto: HGJgB 24

06. Oktober 2020 um