Gründonnerstag: Der Tag des letzten Abendmahls

Am Gründonnerstag beginnen die „heiligen drei Tage“. Die Christen gedenken des letzten Abendmahls, das Jesus kurz vor seinem Tod mit seinen Jüngern gefeiert hat.

Die Diözese Innsbruck stellte uns folgenden Text zum Gründonnerstag zur Verfügung:

Die drei heiligen Tage

Der Hinübergang Jesu Christi vom Tod zur Auferstehung wurde in den ersten Jahrhunderten der Kirche in der Feier einer ganzen Nacht begangen. Es begann am Abend mit Buße, Trauer sowie Fasten und endete mit der Morgendämmerung in Freude und Jubel über die Auferstehung Christi. Die Gesamtfeier wurde im 4. Jahrhundert durch die Drei-Tages-Feier (Karfreitag bis Ostersonntag) abgelöst. Im Mittelalter gab die Liturgie Anlass zu Reformen, da die Auferstehungsfeier bereits in der Früh des Karsamstags gefeiert und zum Teil danach noch bis zum Ostersonntag weiter gefastet wurde. Mit einem Dekret des Jahres 1951 von Papst Pius XII. wurde die Osternacht explizit in der Nacht auf Ostersonntag festgelegt.

Fußwaschung als Zeichen der dienenden Liebe

Die Fußwaschung macht deutlich: Der Herr wird freiwillig zum Diener, er macht sich klein, „macht sich die Hände schmutzig“ – zur Zeit Jesu war das eine tiefe Provokation. Diesen Brauch wiederholen bis heute in vielen Kirchen Priester oder Bischöfe. Als Ausdruck der Trauer verstummen während der Messe außerdem Orgel und Glocke – sie schweigen bis zur Osternacht. Als Ersatz der Glocken werden in dieser Zeit Ratschen verwendet. Ein weiteres Zeichen der Anteilnahme am Leiden Christi ist die Verhüllung von Kreuz und Altar. Das soll das „Fasten der Ohren“ und das „Fasten der Augen“ verdeutlichen.

Ab dem 4. Jahrhundert ein kirchlicher Freudentag

Der Name Gründonnerstag geht vermutlich auf das mittelhochdeutsche Wort „Greinen“ oder „Grienen“ zurück, was so viel wie „wehklagen“ bedeutet. An diesem Tag wurden die Sünder, die Buße geleistet hatten, die „Greinenden“, wieder in die Gemeinde aufgenommen. Manche Forscher verweisen aber auch darauf, dass der Gründonnerstag seit dem 4. Jahrhundert ein kirchlicher Freudentag war, an dem die zuvor Exkommunizierten nach Buße und Vergebung wieder zur Kommunion zugelassen waren. Man sieht aber auch einen Zusammenhang mit dem keimenden Grün der Natur.

Gründonnerstag im Dom zu St. Jakob in Innsbruck

Am Gründonnerstag, 29. März 2018, findet um 19.30 Uhr die Heilige Messe vom letzten Abendmahl mit Bischof Hermann Glettler statt. Anschließend besteht die Möglichkeit zur stillen Anbetung bis 21.30 Uhr in der Unterkirche.
Musik: Anton Bruckner: Messe vom Letzten Abendmahl, Felice Anerio: Christus factus est, Maurice Duruflé: Ubi caritas; Domchor

 

Text: Redaktion, Foto: Diözese Innsbruck/Rachlé

29. März 2018 um