Großglockner Hochalpenstraße stellt Werk von Sepp Forcher in den Fokus

Im Besucherzentrum auf der Franz-Josefs-Höhe können sich Besucher:innen über die Ausstellung „Sepp Forcher – Zwischen Worten und Gipfeln“ und weitere Neuheiten freuen.

Die Ausstellungen „Sepp Forcher – Zwischen Worten und Gipfeln“ und „Chronologie der Erinnerungen – Gesichter des Großglockners“ sowie das neue Großglocknerkino mit den Schwerpunkten Sepp Forcher und Großglockner wurden am Donnerstag, 4. Juli, feierlich eröffnet.

In der neu gestalteten Schau tritt der Autor und Schriftsteller Sepp Forcher in den Mittelpunkt. Sein Sohn Karl erläuterte die Intention der Ausstellung: „Mein Vater war ein Sammler von Momenten, die er in Worte gefasst hat. Denn was viele nicht von ihm wissen: Dass er dem Lesen und Schreiben fast genauso viel Aufmerksamkeit gewidmet hat wie dem Besteigen von Gipfeln.“  So war Forchers Lebensreise geprägt von unstillbarem Wissensdurst: „Immer wollte ich wissen, wie es auf der anderen Seite eines Berges aussieht“, meinte er einmal. Dabei waren Gipfelglück und Leseglück für ihn untrennbar miteinander verbunden und bildeten den Grundstein auf seinem Weg vom autodidaktischen Humanisten zum prominentesten Heimatkundler auf Österreichs Bildschirmen.

 

v.l.n.r.: Ausstellungsplaner Andreas Zangl, Martin Lackner (Bürgermeister Heiligenblut am Großglockner), Karin Bernhard (Direktorin ORF Landesstudio Kärnten), Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (AR-Vorsitzender GROHAG), Karl Forcher, Mag. Waltraud Langer (Direktorin ORF Landesstudio Salzburg), Dr. Johannes Hörl (Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG) umrahmt von Bergführern aus Heiligenblut

 

Ausstellungsplaner Andreas Zangl beschreibt, wie die Schau versucht, Forchers vielschichtige Persönlichkeit darzustellen: „Überdimensionale Seiten im ansonsten ruhig und hell gestalteten Raum dienen als Medium der Darstellung des vielfältigen Lebens von Sepp Forcher. Und die als zurückhaltendes Gestaltungselement an den Wänden eingesetzten Höhenlinien umreißen einerseits jenen Berg, der im Leben Forchers eine zentrale Rolle spielte – den Großglockner. Andererseits verfließen diese Linien immer wieder zu Buchstaben und nehmen Bezug auf Forchers ebenso große Leidenschaft – das Lesen.“

Noch einer weiteren „Leidenschaft“ Sepp Forchers trägt die Ausstellung Rechnung: Von jedem Berg, den er bestieg, pflegte der Alpinist einen Stein mit nach Hause zu nehmen und sie in Erinnerung an den bezwungenen Berg bei sich im Garten zu einem stillen Monument zu vereinen. Einige Steine von Forchers Lieblingsplätzen werden in der Ausstellung präsentiert – und die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, im Gedenken an den großen Österreicher, ihren eigenen Beitrag in Form kleiner Steine zu leisten.

 

 

Großglocknerkino: Vorhang auf für seine Majestät

Parallel zur Ausstellung über Sepp Forcher stellt das neue „Großglocknerkino“ anhand von gekürzten Fassungen eines ganz persönlichen Interviews von Regisseurin Elisabeth Eisner mit Helli und Sepp Forcher sowie der spektakulären ORF-Produktion „Mein Lebensberg – Sepp Forcher und der Großglockner“ das filmische Schaffen rund um das ‚Phänomen Forcher‘ und Österreichs höchsten Berg eindrucksvoll in den Mittelpunkt. Dank der 5 x 7 Meter großen, brillianten LED-Leinwand fühlen sich die Kino-Besucher, als ob sie selbst auf dem Gipfel stehen würden! Das neue Großglocknerkino erstreckt sich über zwei Stockwerke.

 

v.l.n.r.: Ausstellungsplaner Andreas Zangl, Karin Bernhard (Direktorin ORF Landesstudio Kärnten), Martin Lackner (Bürgermeister Heiligenblut am Großglockner), Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (AR-Vorsitzender GROHAG), Mag. Waltraud Langer (Direktorin ORF Landesstudio Salzburg) und Dr. Johannes Hörl (Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG)

 

Dass das Kino-Programm mit zwei ORF-Produktionen im Gedenken an den Fernseh-Star Sepp Forcher bestückt werden sollte, liegt auf der Hand und ist einer besonderen Kooperation mit dem ORF zu verdanken. Waltraud Langer und Karin Bernhard, ORF-Landesdirektorinnen von Salzburg und Kärnten, unterstrichen im Rahmen der Eröffnung die Bedeutung Sepp Forchers für Fernsehen und Volkskultur.

Darüber hinaus steht neben verschiedensten Berg-Filmen, bei denen seine Majestät, der Großglockner, im Mittelpunkt steht, auch eine speziell für das Großglocknerkino produzierte Film-Trilogie auf dem Programm. In den Hauptrollen: der Großglockner und die Großglockner Hochalpenstraße, die sich wie ein altes Ehepaar ein wenig auf den Arm nehmen und trotzdem genau wissen, dass sie nur zu zweit ein „Dreamteam“ sind. Die Filme erzählen spielerisch von der Geschichte, der Natur und von den Zukunftsvisionen – und geben dabei allerhand Anlass zum Schmunzeln. Übrigens: Alle Filme und Ausschnitte können auch auf Tablets betrachtet werden, während man auf den gemütlichen Sitzstufen Platz nimmt.

 

Dr. Johannes Hörl (Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG) und Martin Lackner, Bgm. von Heiligenblut

 

„Chronologie der Erinnerungen“: Gesichter des Großglockners“

Die Ausstellung „Chronologie der Erinnerungen“: Gesichter des Großglockners“ rundet die Forcher-Ausstellung und das im Glocknerkino Gezeigte ab. Dazu erklärt Ausstellungskuratorin Sybille Kampl: „Darüber hinaus nähert sich ein weiterer Teil der Ausstellung in Sichtweite zum Gipfel des Großglockners in einer ‚Chronologie der Erinnerungen‘ der alpinen Ikone und erzählt anekdotisch die Geschichte der unterschiedlichen Wahrnehmungen von Österreichs höchstem Gipfel.“ Eine tragende Rolle in dieser sich wandelnden Wahrnehmung spielt natürlich auch die Großglockner Hochalpenstraße.

 

Dr. Johannes Hörl (Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG) und LR Mag. Sara Schaar (Nationalpark-Referentin Kärnten)

 

Das Besucherzentrum auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ist täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Wie zu allen anderen Ausstellungen entlang der Großglockner Hochalpenstraße ist der Eintritt frei.

 

Text: Redaktion, Fotos: grossglockner.at/Franz Neumayr

05. Juli 2024 um