Gemeinsames Ostern – gemeinsames Pilgern zueinander

Glaubensübergreifend waren die diesjährigen Fastenzeiten der großen Weltreligionen. Zugleich feiern alle christlichen Kirchen am selben Tag Ostern, und auch das jüdische Pessach-Fest endet in diesem Jahr am Ostersonntag, 20. April.

Der Glaube an die Auferstehung Jesu und das Vertrauen darauf, dass im Leben jedes Menschen nicht der Tod das letzte Wort hat, verbindet Christ:innen auf der ganzen Welt und aller verschiedenen Kirchen. Zu Ostern 2025 wird dies von allen christlichen Kirchen am gleichen Tag gefeiert. Nicht in jedem Jahr ist das der Fall. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Kalender, an denen sich die verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften orientieren.

Orthodoxe und altorientalische Kirchen (z. B. Serbisch-orthodoxe, rumänisch-orthodoxe, griechisch-orthodoxe und koptische Kirche) berechnen das Osterdatum nach dem Julianischen Kalender, der von Julius Caesar eingeführt wurde. Die westlichen Kirchen (katholische, altkatholische, evangelische Kirche und Freikirchen) haben den (astronomisch genaueren) Gregorianischen Kalender übernommen, den Papst Gregor XIII. am Ende des 16. Jahrhunderts eingeführt hat.

 

 

Der Gregorianische Kalender geht dem Julianischen Kalender 13 Tage voraus. Dies ist auch der Grund, warum westliche Kirchen das Weihnachtsfest früher feiern als die meisten Ostkirchen. Ostern ist ein „bewegliches“ Fest, das sich am ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn orientiert (das Konzil von Nizäa im Jahr 325 fixierte das Osterfest auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, die Schwankungsbreite reicht von 22. März bis 25. April). Durch diese „Beweglichkeit“ kommt es immer wieder zu Überschneidungen der beiden Kalender, sodass alle 3 bis 8 Jahre am selben Datum gefeiert wird.

Anlässlich dieses besonderen Jahres 2025 äußerten sich auch Papst Franziskus und der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. zum Thema. Beide wünschen einen dauerhaften gemeinsamen Termin für das Osterfest aller Christinnen und Christen. Konkrete Vorschläge für die Berechnung des Termins oder ein realistisches Szenarium, wie eine Einigung mit den Ostkirchen, denen verschiedene Kirchen angehören, erzielt werden kann, sind bisher nicht vorgelegt worden.

 

 

Karfreitag – zwischen Leidensweg und gelebtem Tiroler Brauchtum

Der Karfreitag („kara“ bedeutet Klage) ist der Gedenktag an den Tod Jesu. Jesu Leben endete auf die schändlichste Weise, die die Antike kannte: die Kreuzigung, die ausschließlich Verbrechern vorbehalten war. Er wurde von der römischen Besatzungsmacht als gefährlicher Aufrührer zum Tode verurteilt und hingerichtet. Er starb, weil sein Handeln und seine Botschaft eine Provokation für die Gesellschaft darstellte und deshalb abzulehnen war. Schon früh stellte die Urkirche die Frage, ob nicht Jesu Tod eine über das Märtyrerschicksal hinausgehende eigene Heilsbotschaft hat.

In drei Gemeinden in Tirol ist die Tradition einer Karfreitagsprozession erhalten geblieben – in Nauders, Thaur und Arzl im Pitztal. In einzelnen Gemeinden wie in St. Veit im Defereggental halten die Schützen die Grabwache.

Karsamstag in Tirol – stille Rituale, Grabesruhe und Osterfeiern

Am Karsamstag hält die Kirche Grabesruhe. Karsamstag und Karfreitag sind die einzigen beiden Tage ohne Eucharistiefeier. Der Karsamstag ist der liturgische Trauertag, ein ruhiger Tag. Die Gläubigen besuchen das in den Kirchen aufgestellte Grab Jesu. In den Pfarren werden Gebetsstunden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten.

In manchen Pfarren und auch Klöstern werden an den Kartagen Trauermetten gefeiert. Als Symbol für die Auferstehung Christi werden an manchen Orten am Abend des Karsamstags große Osterfeuer entzündet. Auch der sogenannte Osterputz ist eine häufige Tradition an diesem Tag. Pünktlich zum Osterfest soll das Haus nach einem langen Winter wieder im besten Licht strahlen.

 

 

Höhepunkt Osternacht

Sie gilt im Kirchenjahr als die „Nacht der Nächte“, die Osternacht. In dieser Nacht wird der Sieg Jesu über den Tod gefeiert. Häufig brennen vor der Kirche Osterfeuer, an denen die Osterkerze entzündet wird. Diese wird dann in die dunkle Kirche getragen, als Symbol für das Licht. Früher der traditionelle Tauftermin, ist die Osternacht zum Haupttermin für Erwachsenentaufen geworden.

Ostersonntag – Auferstehungsfeier am Ostermorgen

Die Botschaft von Ostern verweist auf den „ganz neuen Morgen, der aus dem Dunkel des Grabes heraus wächst“. Darum feiern viele Pfarren die Auferstehungsfeier am Morgen. Das Wunder des Tagwerdens öffnet für die Botschaft des Lichtes, das sich am Grab Jesu mit dem „Halleluja“ verbunden hat. Das Feuer der Nachtwache wird im Segen zum Funken des Osterlichtes. Dieses Licht erfüllt – vom festlichen Gesang begleitet – nach und nach den dunklen Raum.

 

 

Ostermontag – Erinnerung an zweifelnde „Emmausjünger“ in manchen Pfarren als Prozession

Der Ostermontag ist der zweite Osterfeiertag und hat den Rang eines Hochfestes. Das gilt auch für die weiteren Tage der Osteroktav. Im Tagesevangelium wird die Auferstehung Jesu aus dem Blickwinkel der zweifelnden „Emmausjünger“ erzählt. Diesen schloss sich Christus unterwegs an, sie erkannten ihn aber erst mit Verspätung. In Erinnerung daran veranstalten einige Pfarren und Gemeinschaften einen sogenannten „Emmausgang“. Auch wenn häufig gebetet und gesungen wird, so genießen viele den Emmausgang auch in einfacher Form als privaten ausgedehnten Spaziergang.

 

Text: Redaktion, Foto: AdobeStock

18. April 2025 um