Feierlicher Abschluss der Kirchensanierung in Abfaltersbach

In Abfaltersbach gibt es zwei Kirchen: die Pfarrkirche St. Andrä und die Filialkirche Maria Heimsuchung. Letztere wurde 2022 einer umfassenden Außensanierung unterzogen.

Die Filialkirche Maria Heimsuchung steht im Zentrum der Fraktion „Walde“ direkt an der alten Durchzugsstraße gegenüber dem „Gasthof zur Post“ und ist in der Bevölkerung als die „Kolagner Kirche“ bekannt. Die ersten geschichtlichen Nachweise über einen Sakralbau an dieser Stelle reichen bis ins Jahr 1590 zurück. Michael Aigner, „Anwaldt und Würdt von Apfhalterspach“, baute und finanzierte hier eine „stattliche“ Kapelle, die 1641 eingeweiht wurde. 1652 erhielt Abfaltersbach eine eigene Seelsorgestelle. Der erste Kurat zog in den 1645 erbauten Kuratie-Widum unweit der Mariä Heimsuchungs-Kapelle ein und verwaltete laut Kirchenbuch beide Gotteshäuser in Abfaltersbach. 1749 suchte der Wirt Carl Aigner um Genehmigung zur Erweiterung der Heimsuchungskapelle an. Der Baufortschritt scheint sich jedoch verzögert zu haben, denn in der Pfarrchronik wird 1772 als Baujahr genannt. Johann Anton Aigner, 1702 in Abfaltersbach geboren, später Pfarrer in Peuerbach, trug die Kosten für den Umbau und wurde dabei von seinem Bruder Carl und von Kurat Johann Andrä Aigner unterstützt. Der Bau der Kirche als Erweiterung der Kapelle wird dem Baumeister Thomas Mayr aus Tristach zugerechnet, die Weihe der Kirche Maria Heimsuchung erfolgte 1783. Die Hauptfassade von „Maria Heimsuchung“ ist im Westen durch den vorspringenden Turm, das Eingangsportal, den mehrfach geschwungenen Giebel und durch Nischen mit den lebensgroßen Statuen des Hl. Josef und des Hl. Johannes des Täufers gegliedert. Südseitig blieb bis zum Anbau der neuen Sakristei im Jahre 1997 ein eigener Zugang für die Familie Aigner bestehen. Dieser dient nun als Verbindungstür zwischen Sakristei und Kirche. Am abgesetzten Chor ist nach Osten hin die „alte“ Sakristei erhalten. Der Kircheninnenraum erhielt sein heutiges Aussehen im Zuge einer umfassenden Renovierung im Jahre 2001, die sich nicht nur auf die künstlerische Ausstattung beschränkte, sondern auch zu wesentlichen baulichen Veränderungen führte. So wurden ein eigener Eingangsbereich gestaltet, der Aufgang zur Empore konnte in den Kirchenraum verlegt werden, und die Orgelempore erhielt im Turm einen neuen Zugang. Auch die Fenster des Kirchenschiffes, der Fußboden, die Beichtstühle und das Presbyterium wurden neugestaltet und umfassende Maler- und Restaurierungsarbeiten an Gemälden, Altären, Bildern und Figuren vorgenommen. Aus der ehemaligen Kapelle stammen die bei der Renovierung 2001 wieder entdeckte, barocke „Ewig-Licht-Ampel“ (1699), die Kreuzwegstationen (18. Jh.) und die Kanzel, die dem Lienzer Tischler Valtiner um 1690 zuzuschreiben ist. Sie dürfte wohl der älteste Teil in der Kirche sein.

 

 

Das Äußere der barocken Filialkirche wurde im heurigen Jahr renoviert. Geplant war zunächst nur die Beseitigung von Schäden an Dach und Fassade. Im Rahmen einer Begutachtung wurde jedoch klar, dass umfassendere Maßnahmen erforderlich waren. Heimische Fachfirmen wurden mit der Sanierung der Unterkonstruktion des Daches, mit der Neueindeckung mit Lärchenschindeln und Kupferblech, der Erneuerung des Turmdaches bzw. der Turmspitze sowie mit der Renovierung der Fassade inklusive neuer Fensterbänke beauftragt. Letztendlich fielen Kosten in Höhe von rund 260.000 Euro an, die großteilig durch Zuschüsse der Diözese, der Landesgedächtnisstiftung des Landes Tirol, des Denkmalamtes Tirol und der Gemeinde sowie durch Eigenmittel der Pfarre und über Spenden aus der Bevölkerung ausfinanziert werden konnten. Da noch nicht alles ausfinanziert ist, sind weitere Spenden sehr willkommen (AT92 3636 8001 0206 1521 Raika Sillian)!

 

Am 25. September, dem Tag des Erntedankfestes, konnte im Rahmen eines kleinen Festaktes das Kirchturm-Kreuz gesegnet und mit neuer Zeitkapsel auf der renovierten Turmspitze wieder angebracht werden.

 

Baubeginn war im Mai 2022. Den gesamten Sommer über war der Sakralbau mit Baugerüsten eingehüllt. Im September konnte dann die Außensanierung erfolgreich abgeschlossen werden. Als Höhe- bzw. Schlusspunkt des Sanierungsprojektes fand am 25.9.2022 die Segnung durch Pfarrer Hansjörg Sailer statt. Begleitet von den Klängen der örtlichen Musikkapelle, wurde das Kirchturmkreuz mit neuer Zeitkapsel wieder auf der Turmspitze angebracht. Bei der Einweihung war das gesamte Dorf mit allen Vereinen vor Ort.

 

Text: A. Hilgartner, Fotos: © Toni Ausserlechner

30. September 2022 um