Iseltal: Wolfsichtung mitten im Siedlungsgebiet von Matrei i.O.

Am 3.5. wurde im Ortsteil Bichl ein wolfsähnliches Tier gefilmt. Laut Experten des Landes dürfte es sich dabei um einen Wolf handeln. „Entnahme” des Tieres gefordert.

„Anhand der uns vorliegenden Film- und Fotoaufnahmen ist davon auszugehen, dass es sich bei dem aufgenommenen Tier um einen Wolf handelt.“ Zu dieser Einschätzung kam gestern, 4.5., Martin Janovsky, der Beauftragte des Landes Tirol für große Beutegreifer, nachdem am 3.5. im Gemeindegebiet von Matrei i. O. ein wolfsähnliches Tier gefilmt und in den sozialen Medien auch ein Foto eines Tieres, das einer Gruppe von Schafen gegenübersteht, veröffentlicht wurde.

 

 

Die Notwendigkeit für eine Entnahme des Tieres sieht der Wolfsbeauftragte des Landes noch nicht, da, so seine Einschätzung, der Wolf augenscheinlich bis dato „nicht aggressiv sei.“ Dem entgegen steht die Forderung des Matreier Bürgermeisters Andreas Köll. Er betont, dass es im Gemeindegebiet zwar bereits wiederholt Wolfssichtungen gegeben habe, jedoch noch nie mitten im Siedlungsgebiet. „Am Wochenende sind in diesem Bereich immer Kinder unterwegs bzw. auch Spaziergänger am Weg. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, sollte das Tier betäubt und irgendwo in freier Wildbahn wieder ausgesetzt werden.“

Von Seiten des Landes werden aktuell zumindest die Schaf- und Ziegenhalter der Region aufgerufen, verstärkt nach ihren Tieren zu sehen. Der beim Land Tirol für den Herdenschutz zuständige Josef Gitterle (Abteilung landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht) empfiehlt, Schafe und Ziegen auf der Heimweide mit Elektrozäunen zu schützen. Diese sollten sachgerecht aufgestellt werden, vor allem keine Möglichkeit zum Durchschlüpfen bieten und eine Spannung von mindestens 3.000 bis 3.500 Volt aufweisen. Sollte dies nicht möglich sein, sollten die Weidetiere über Nacht von der Heimweide in den Stall gebracht werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es im Gemeindegebiet von Assling in den letzten Wochen vermehrt Meldungen von toten Wildtieren gegeben hat. Ein am 30. April tot aufgefundenes Reh wurde am 4.5. vom zuständigen Amtstierarzt begutachtet. Im Zuge der Rissbegutachtung wurden auch Tupferproben genommen, die zur DNA-Analyse an das Institut für Wildtierkunde an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien geschickt wurden. Meldungen über abgängige Schafe werden von der örtlich zuständigen Behörde derzeit abgeklärt.

Die Bevölkerung wird gebeten, Sichtungen, Filmaufnahmen, Fotos oder Risse der Bezirkshauptmannschaft Lienz per Mail an bh.lienz@tirol.gv.at zu melden.

 

Text: J. Hilgartner, Fotos: Bild 1: AdobeStock/Deniz, Bild 2: Privat über Gemeinde Matrei

05. Mai 2020 um