Diözese Innsbruck: Pfarrgemeinderäte wurden neu gewählt
Die Wahlbeteiligung war in Osttirol mit rund 16,5 % bedeutend höher als in der gesamten Diözese, wo nur rund 9 Prozent der wahlberechtigten Katholik*innen ihre Stimme abgaben.
In 267 der 286 Pfarren und Seelsorgestellen der Diözese Innsbruck wurden am 20. März die Pfarrgemeinderäte (PGR) – also die Vertreter*innen der rund 365.000 Katholik*innen – gewählt. Das Engagement in den Pfarrgemeinderäten nimmt für die Kirche eine wichtige Funktion ein, wie Diözesanbischof Hermann Glettler betont: „Pfarrgemeinderäte geben der Kirche ein sympathisches und glaubwürdiges Gesicht! Sie kommentieren und fordern nicht aus sicherer Distanz, sondern übernehmen selbst Verantwortung.“ Eine Pfarre sei „mit Sicherheit keine Soloveranstaltung des Pfarrers, sondern ein lebendige Gemeinschaft, in der viele Dienste notwendig sind“.
Etwa 2.400 Menschen werden sich gemeinsam mit den Pfarrern und hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter*innen in den nunmehr 267 Pfarrgemeinderatsgremien der Diözese einbringen. Davon sind nach der ersten Auszählung (Stand 20. März, 21.00 Uhr) 61,1 Prozent Frauen. Das endgültige Ergebnis soll in ca. zwei Wochen vorliegen.
Einsatzbereitschaft trotz schwieriger Rahmenbedingungen
45,3 Prozent (813 Personen) gehören nach dem Zwischenstand erstmals einem Pfarrgemeinderat an. „Jede Stimme ist eine Ermutigung für das Team, das sich gefunden hat“, dankt der Bischof den Wähler*innen. An der Wahl beteiligt haben sich knapp neun Prozent der Wahlberechtigten. Dies sei laut Christian Nuener, Leiter der Abteilung Pfarre und Gemeinschaften der Diözese Innsbruck, vor allem auf die schwierigen Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie, generelle gesellschaftliche Veränderungen und durchaus auch auf offene kirchliche Fragestellungen zurückzuführen.
„Ich bin dankbar, dass nach einer so schwierigen Zeit wieder so viele Menschen bereit sind, sich in den Pfarren einzusetzen“, sagt Harald Fleißner, Leiter des pastoralen Bereichs SEELSORGE.leben. Dass der Gottesdienstbesuch an diesem Wochenende im Vergleich zu den vergangenen Corona-Zeiten spürbar gestiegen ist, mache trotz der gesunkenen Wahlbeteiligung Mut. Die Teilnahme an den PGR-Wahlen lag fast ein Drittel über dem durchschnittlichen Gottesdienstbesuch im vergangenen Jahr.
Die Pfarrgemeinderatswahlen für die Amtsperiode 2022 bis 2027 unter dem Motto „mittendrin“ fanden vor allem rund um die Gottesdienstzeiten am 19. und 20. März statt. Die Zahl an PGR-Gremien in der Diözese Innsbruck sinkt etwas. Das liegt daran, dass in fünf Seelsorgeräumen sogenannte „PfarrgemeindeN-Räte“ entstehen, z.B. auch im Seelsorgeraum Hochpustertal in Osttirol. Dieses erstmalige Projekt, PGR-Gremien für den ganzen Seelsorgeraum zu wählen, soll in der Folge evaluiert werden. Darüber hinaus bilden einzelne kleine benachbarte Pfarren ebenfalls gemeinsam Pfarrgemeinderäte – z.B. Feichten und Kaltenbrunn.
Herausforderung für neue Pfarrgemeinderäte
„Ganz besonders jetzt wird es eine Zusammenarbeit zwischen den Pfarren, politischen Gemeinden und privaten Hilfsinitiativen geben müssen, um die große Zahl der Vertriebenen aus der Ukraine aufzunehmen. Das wird die erste Belastungsprobe für die neuen Pfarrgemeinderäte sein“, so Bischof Hermann Glettler. Nach der Wahl finden in den 16 Dekanaten der Diözese bis 1. Mai 2022 die konstituierenden Sitzungen statt, bei denen die PGR-Obleute, deren Stellvertreter*innen sowie die Schriftführer*innen gewählt werden.
Daran nehmen neben den gewählten Personen von Amts wegen auch Pfarrer, Pfarrkurator*innen beziehungsweise Pfarrkoordinator*innen, Kooperatoren, ständige Diakone, hauptamtliche pastorale Mitarbeiter*innen und Vertreter*innen des Pfarrkirchenrates sowie in die PGR berufene Mitglieder teil.
Ergebnisse Pfarrgemeinderatswahl in Osttirol (Stand: 20. März 2022, 21.00 Uhr)
Wahlbeteiligung: 16,5 Prozent
32.541 Wahlberechtigte in den Pfarren, die bereits gemeldet haben
5.377 Stimmen wurden abgegeben
268 Pfarrgemeinderäte wurden gewählt
Frauenanteil: 171 Personen oder 63,8 Prozent
Altersverteilung:
Bis 30 Jahre: 68 Personen
31 bis 50 Jahre: 119 Personen
51 bis 70 Jahre: 104 Personen
Über 70 Jahre: 5 Personen
Neue Pfarrgemeinderäte: 138 Personen oder 51,5 Prozent
Text: Redaktion, Foto: Cincelli/dibk.at