Defereggentalstraße: Nach Felssturz bei St. Veit gesperrt
Die L 25 ist nach einem Felssturz in die Schwarzach und einer Unterspülung der Landesstraße derzeit gesperrt. Klimabedingte Faktoren als Ursache für das Naturereignis.
„Rund 250 Meter oberhalb der Schwarzach sind vergangene Nacht rund 100 Kubikmeter Felsgestein und Geröll ausgebrochen und in den Fluss gestürzt. Ebenso wurden durch dieses Naturereignis in der Sturzbahn auch alle Bäume mitgerissen, sodass sich die Schwarzach in diesem Bereich aufgestaut und die Böschung der Defereggentalstraße unterspült hat“, erklärt Landesgeologe Roman Außerlechner heute nach einem Erkundungsflug mit einer Drohne sowie dem Landeshubschrauber.
Der Felssturz ereignete sich bei Kilometer 10,8 im Gemeindegebiet von St. Veit zwischen dem Mellitztunnel und der Mellitzgalerie. Die beiden Gemeinden St. Veit und St. Jakob im Defereggental sind derzeit am Straßenweg nicht erreichbar. Die L 25 Defereggentalstraße bleibt ab der Mellitzgalerie diese Woche jedenfalls gesperrt, über die weitere Vorgehensweise wird nach fachlichen Abklärungen in den nächsten Tagen entschieden. An einem Notweg wird gearbeitet.
Bereits gestartet wurden die Vorbereitungen für die Sanierungsarbeiten am betroffenen Straßenabschnitt. In diesem Bereich verläuft auch die Tinetz-Stromleitung für das Defereggental. Die Abteilung Geoinformation des Landes Tirol wird im Laufe des heutigen Tages die Abbruchbereiche mittels Laserscannings vermessen, damit im Anschluss daran ab morgen, Donnerstag, 16.4.2020, die Abräumarbeiten durch eine Spezialfirma vorgenommen werden können.
Klimabedingte Faktoren als Ursache
„Im Bereich der Abbruchstelle befindet sich noch labiles Gestein“, so der Landesgeologe und nennt als Ursache für den Felssturz den Frost-Tau-Wechsel, Wassereinträge sowie den oftmaligen Wechsel von kalten Nächten und warmen Tagen. Außerlechner: „Durch diese Gegebenheiten baut sich über eine lange Zeit Spannung im Gestein auf, bis es dann plötzlich zu einem Ausbruch kommt.“
Nach den Abräumarbeiten an der Abbruchstelle wird das Land Tirol eine weitere Vermessung des betroffenen Abbruchbereichs mittels Laserscanning vornehmen. Diese Ergebnisse sind dann Grundlage zur Entscheidung über die weitere Vorgehensweise.
Der Felssturz hat in der Sturzbahn auch alle Bäume mit sich gerissen.
Text: Redaktion, Fotos: Brunner Images, Landesgeologe Außerlechner