Coronavirus: Generelles Besuchsverbot an allen Tiroler Spitälern

Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen schränken ihre reguläre Tätigkeit ein, ab sofort generelles Besuchsverbot in Spitälern. TirolerInnen in Italien werden zurückgeholt.

Das Land Tirol teilt mit, dass es mit aktuellem Stand in Tirol 57 bestätigte Coronavirus-Erkrankungen gibt, die größtenteils sehr mild verlaufen. „Die Gesamtsituation hat sich weiter zugespitzt. Der heutige Mittwoch brachte den stärksten Anstieg von bestätigten Coronavirus-Erkrankungen seit den ersten beiden positiv getesteten Fällen vor etwas mehr als zwei Wochen. Die Zahl hat sich im Verlauf des heutigen Tages von 30 auf nun 57 positive Fälle erhöht“, informiert LH Günther Platter.

Verlangsamung der Virus-Ausbreitung als Ziel

Die bereits gesetzten sowie alle weiteren geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und zu verlangsamen. Deshalb wird ab Samstag, 14. März, auch der Skibetrieb in Ischgl für zwei Wochen untersagt.

TirolerInnen in Italien werden noch diese Woche zurückgeholt

Das Außenministerium arbeitet derzeit daran, österreichische Touristen, die mit dem Zug oder per Flugzeug nach Italien gereist sind und nun dort festsitzen, noch diese Woche nach Österreich zurückzuholen. Betroffen sind davon auch TirolerInnen, die mit der Bahn nach Italien bzw. Südtirol auf Urlaub gefahren sind. Für betroffene Personen hat das Außenministerium eine eigene Hotline eingerichtet: +43 (0) 50 11 50 4411.

Veränderungen im Schul- und Kindergartenbetrieb

Die Tiroler Landesregierung gab Mittwochabend die Veränderungen im Bereich der (vorschulischen) Bildungseinrichtungen bekannt: „Ab kommenden Montag, 16. März, werden Schülerinnen und Schüler ab der neunten Schulstufe zuhause bleiben und ab Mittwoch, 18. März, gibt es Einschränkungen für Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler sowie Kindergartenkinder. Diese Maßnahmen im Bildungsbereich gelten voraussichtlich bis Ostern“, erklärte LR Beate Palfrader.

Der Bedarf für eine Betreuung wird jetzt erhoben, dann wird es auch entsprechende Angebote in Schulen und vorschulischen Einrichtungen geben. „Dazu sind wir auch im Austausch mit den Gemeinden. Auf radikale Schulschließungen wurde verzichtet, auf Herausforderungen im Bereich der Betreuung Bedacht genommen“, so Palfrader. Es gäbe keine unterrichtsfreie Zeit, sondern einen „Ersatzbetrieb“. Palfrader richtete noch einen Appell an die Eltern: „Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder zuhause abwickeln können, sollen dies bitte auch tun.“ Dort, wo eine Betreuung zu Hause nicht möglich ist, werde jedenfalls die Betreuung in öffentlichen Einrichtungen sichergestellt.

Unterricht gibt es bis auf weiteres auch nicht an den Tiroler Landesmusikschulen. Der Musikwettbewerb „Prima la musica“, der vorerst verschoben wurde, kann nun definitiv nicht stattfinden.

Besuchseinschränkungen an Tirols Spitälern

„Der Schutz der Patientinnen und Patienten und des Krankenpersonals hat nun oberste Priorität – darum gilt ab sofort ein generelles Besuchsverbot in allen Tiroler Spitäler“, gab LR Bernhard Tilg bekannt. Nur gesunde KrankenhausmitarbeiterInnen können PatientInnen behandeln. Deshalb liege das Hauptaugenmerk der Tiroler Spitäler derzeit unter anderem darauf, möglichst lange zu verhindern, dass das Coronavirus den Weg in die Krankenhäuser findet. Ausnahmen sind Besuche bei Kindern und PatientInnen in Palliativbetreuung – hier ist pro PatientIn und Tag ein(e) BesucherIn erlaubt. Bei Geburten ist eine Begleitperson gestattet. Außerdem erlaubt sind notwendige Begleitpersonen für Gehörlose, PatientInnen mit Demenz, Menschen mit Behinderung, Übersetzer usw.

Um dennoch einen Informationsfluss zwischen Angehörigen und dem Behandlungsteam zum Gesundheitszustand der jeweiligen PatientInnen zu ermöglichen, bieten die Tiroler Spitäler ein zusätzliches Service an: Jede(r) PatientIn kann bei der Aufnahme ein Kennwort vergeben, das er seinen Angehörigen nennt und in den Klinik-/Spitalsinformationssystemen gespeichert wird. So ist garantiert, dass bei telefonischer Nachfrage nur berechtigte Personen Auskunft über den Gesundheitszustand erhalten.

 

Text: Redaktion, Symbolfoto: Martin Lugger

12. März 2020 um