Coronavirus: BKH Lienz ergreift umfassende Maßnahmen – Triagepunkt am Eingang
Verdachtsfälle oder infizierte Patienten werden strikt getrennt behandelt. Maßnahmen sollen auch Übertragung der Infektion auf das Personal verhindern.
Zur Coronakrise hat die Leitung des Bezirkskrankenhauses Lienz am Donnerstag, 12. März, einen Maßnahmenkatalog beschlossen. „Ziel ist die Ausbreitung des Coronavirus im Krankenhaus möglichst zu verhindern. Außerdem sollen Verdachtsfälle oder infizierte Patienten strikt von allen anderen Patienten getrennt behandelt werden. Der dritte Aspekt betrifft die Sicherheit des Personals. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass Infektionen auf das Krankenhauspersonal übertragen werden. Das BKH Lienz bereitet sich deshalb darauf vor, dass die Corona-Epidemie Osttirol erreichen wird. In den letzten zwei Wochen wurden bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen. Die Maßnahmen müssen der jeweiligen Situation angepasst werden. Die Tiroler Krankenhäuser haben gestern festgelegt, weitgehend gleiche Vorkehrungen zu treffen“, heißt es in der Presseaussendung der Krankenhausleitung.
Die Maßnahmen am Bezirkskrankenhaus Lienz:
1.
Der Pandemiefall, Eskalationsstufe 2, wird seitens der Ärztlichen Direktion morgen Freitag ausgerufen. Das bedeutet unter anderem, dass über einen Triagepunkt 1 vor dem Krankenhaus alle PatientInnen triagiert werden, mit dem Ziel mögliche Verdachtsfälle vor Betreten des Krankenhauses zu einem eigens dafür eingerichteten Triagepunkt 2 zu lenken. Nur die unverdächtigen Fälle dürfen das Krankenhaus durch den Haupteingang betreten.
2.
Weiters gilt ein absolutes Besuchsverbot für das gesamte Krankenhaus. Ausnahmen gibt es nur für: 1 Besucher pro Tag für PatientInnen der Pädiatrie- und Palliativstation sowie 1 Begleitperson bei Geburten, Gehörlose, PatientInnen mit Demenz, Menschen mit Behinderung
3.
Alle Ausgänge sind geschlossen und dürfen nur im Notfall von innen geöffnet werden.
4.
Der Triagepunkt 1 befindet sich vor dem Eingang des Krankenhauses, der Triagepunkt 2 am Eingang der Station SÜD EG.
5.
Die Station SÜD EG wird zur Infektionsstation erklärt. Die Infektionsstation des Krankenhauses ist ausdrücklich keine Quarantänestation für den Bezirk Osttirol. Es werden dort nur PatientInnen aufgenommen, welche stationär
behandlungspflichtig und Verdachtsfälle oder tatsächliche Infektionsfälle sind.
6.
Verdachtsfall nach der hausinternen Definition ist jeder, der eine respiratorische Symptomatik mit Fieber hat.
7.
Zum Teil werden allerdings auch elektive Eingriffe durchgeführt. Diese Entscheidung trifft im Einzelnen der jeweils zuständige Primararzt. Betroffene Patienten werden seitens des Krankenhauses informiert. Wie lange diese
Maßnahme in Kraft sein wird, kann derzeit nicht mitgeteilt werden.
8.
Die elektiven Ambulanztermine, welche jetzt bereits vereinbart sind, werden weitgehend abgesagt. Es werden keine neuen elektiven Ambulanztermine vergeben. Welche Termine beibehalten und welche abgesagt werden, wird
seitens des Krankenhauses den PatientInnen mitgeteilt.
9.
Bei jeder Patientenaufnahme sollte ein Kennwort für medizinische Auskünfte an Angehörige vergeben werden. Damit ist das Krankenhaus berechtigt, Angehörigen telefonisch Auskunft zu geben.
Das Land Tirol teilt mit, dass an allen Tiroler Spitälern weiterhin ausreichend Bettenkapazitäten auf Normal- und Intensivstationen vorhanden sind. Angesichts der dynamischen Lage und der Erfahrungsberichte aus anderen Ländern müsse verantwortungsvoll geplant werden. „Deshalb gilt es vor allem, die Intensivkapazitäten an Tirols Spitälern für am Coronavirus erkrankte PatientInnen mit schwereren Verläufen bereitzuhalten. Zu diesem Zweck werden in Abstimmung mit allen Tiroler Spitälern planbare und nicht dringende Operationen schrittweise reduziert. Notfälle, DialysepatientInnen, onkologische PatientInnen mit fixen Behandlungsschemata (z.B. Strahlentherapie) usw. werden natürlich weiter versorgt“, informiert Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.
Text: Redaktion, Symbolfoto: Brunner Images