BKH Lienz: Südtiroler SARS-CoV-2-Patient kehrte gesund in seine Heimat zurück
Gute Nachrichten aus dem BKH Lienz: Der am 24.3.2020 im Lienzer Krankenhaus aufgenommene, schwerst an Covid19 erkrankte Südtiroler Patient konnte entlassen werden.
Die per Internet oder TV übertragenen Bilder bzw. Berichte von katastrophalen Zuständen in italienischen Krankenhäusern im Zuge der Corona-Krise werden wohl vielen immer in Erinnerung bleiben. Auch in der Provinz Bozen sprich in Südtirol sah man sich zeitweise mit einer Überlastung der Intensivstationen an den dortigen Krankenhäusern konfrontiert, weshalb man auch über die Kanäle der Europaregion Tirol/Südtirol um Unterstützung ansuchte. Insgesamt wurden in der Folge 11 PatientInnen aus Südtirol in österreichischen, aber auch in deutschen Kliniken aufgenommen.
An der „COVID-19-Intensivstation“ am BKH Lienz wurden bislang fünf, großteils beatmungspflichtige PatientInnen behandelt. Für die professionelle intensivmedizinische Betreuung nach höchsten internationalen Standards sorgten und sorgen die Leiter der Abteilungen für Anästhesiologie und Intensivmedizin bzw. Innere Medizin, Univ.-Doz. Prim. Dr. Andreas Mayr sowie Primar Dr. Dritan Keta, mit ihren ÄrztInnen und IntensivpflegerInnen.
In Österreich leistete – neben der Universitätsklinik Innsbruck sowie den Spitälern in Reutte, Hall in Tirol und in Feldkirch – auch das Bezirkskrankenhaus Lienz Hilfestellung. Die tirolweite Koordination erfolgte durch den medizinischen Geschäftsführer der TirolKliniken in Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Christian J. Wiedermann. Alle SARS-CoV-2-PatientInnen waren invasiv beatmungspflichtig und befanden sich in einem jeweils sehr kritischen Zustand.
In Lienz wurde erstmals am 24.03.2020 ein Südtiroler im Alter von 76 Jahren mit Vorerkrankungen auf der „COVID-19-Intensivstation“ aufgenommen. Der Patient kam mit schwerem Lungenversagen und COVID-typischer, beidseitiger Lungenentzündung ins Haus. Über fünf Tage lang erfolgte die Anwendung von invasiven Beatmungstechniken mit Bauchlagerung, gefolgt von fünf Tagen Entwöhnung vom Beatmungsgerät und schließlich einer Extubation. Nach weiteren 12 Tagen auf der Intensivstation – in dieser Zeit änderte sich der Patient zunehmend in seiner Lungenfunktion – wurde er schließlich auf die Normalstation transferiert. 24 Tage nach seiner Aufnahme am BKH Lienz wurde der 76-Jährige nun am 16.4.2020 in sehr gutem Allgemeinzustand und mit problemloser Lungenfunktion in sein Heimatkrankenhaus Bruneck überstellt.
Für das BKH Lienz stellt dieser Behandlungserfolg, so die Verantwortlichen der medizinischen Einrichtung heute in einer Aussendung, „… nicht nur ein Symbol der bereits seit Jahrzehnten gepflegten Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsbezirk Bruneck dar, sondern auch eine Ermunterung, bei noch vorhandenen Kapazitäten dem Land Südtirol auch die Aufnahme weiterer intensivpflichtiger PatientInnen anbieten zu können. Aus derzeitiger Sicht erscheint dies jedoch nicht erforderlich, da sich auch die Situation bei den Südtiroler Nachbarn etwas entspannt hat.“
Auch für die Zukunft ist eine weitere Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich geplant. Diesbezüglich gab es noch Anfang März dieses Jahres weiterführende Gespräche zwischen dem Verbandsobmann des BKH Lienz, Bgm. Dr. Andreas Köll, und dem Abteilungsleiter für Innere Medizin am BKH Lienz, Prim. Dr. Dritan Keta, mit Vertretern der Krankenhäuser in Innichen und Bruneck sowie des dortigen Gesundheitsbezirkes. Es wurde bereits grundsätzliches Einvernehmen über ein neuerliches, LEADER-gefördertes Gesundheitsprojekt erzielt. Im Wege des Regionsmanagements Osttirol könnte es sodann zu einer Neuauflage der bereits vor 12 Jahren gestarteten Studie „GEPUST = Gesundheit Pustertal” kommen.
Text: Redaktion, Fotos: Brunner Images, AdobeStock/sudok1