Bergretter aus dem Defereggental und dem Tauferer Ahrntal übten gemeinsam
Bei „Bergrettungswetter“ führten die Bergrettung Defereggental und der Bergrettungsdienst Sand in Taufers am 17. September ihre jährliche grenzüberschreitende Einsatzübung durch.
Übungsannahme war ein abgestürzter Hirte im Schwarzachtal, wobei der Unfallort eine steile Felsrinne im Bereich der so genannten „In der Weiße“ war. Teilweises starkes Schneetreiben und Temperaturen um den Gefrierpunkt ließen die Übung nahezu realistisch erscheinen und waren eine wirkliche Herausforderung für die Einsatzkräfte.

Durch den Einsatz einer Drohne konnte der verunfallte Hirte relativ rasch geortet werden – eine riesige Erleichterung für die Suchmannschaften, die im Ernstfall sogar Leben retten könnte. Nach der Erstversorgung des Schwerverletzten durch Bergrettungssanitäter wurde der Abtransport in zwei Etappen vorbereitet und durchgeführt.

Die ersten 300 Meter musste der Patient über steiles und vereistes Gelände mittels Schleifkorb hinuntergesichert werden – eine Aufgabe, bei der Mannschaft und Material extrem gefordert waren. Der finale Abtransport erfolgte dann mittels einer Seilbahn, die mit einer Länge von 200 Metern und einer Höhe von rund 90 Meter über der Schwarzach gespannt wurde.

Nach rund drei Stunden konnte der Verunglückte schließlich auf dem Güterweg im Schwarzachtal an die Einsatzmannschaft im Tal übergeben werden. „Im Zuge dieser Übung wurde auch das Gatewaygerät eingesetzt, das sich auch diesmal wieder bestens bewährt hat. Es bestand immer Funkverbindung mit der Leitstelle Tirol und unserer Ortsstelle, was ohne dieses Gerät in einem derartigen Gebiet nicht möglich wäre“, betonte Siegfried Kristler, Ortsstellenleiter der Bergrettung Defereggental.
Bei der Übungsnachbesprechung bedankten sich die Obmänner der beiden Ortsstellen bei den Mannschaften für die perfekte Arbeit und lobten die tolle Zusammenarbeit. „So funktioniert Kameradschaft“, lautete die einhellige Meinung. „Die besonders wichtige Nachbesprechung beim ,Luggis Anton‘ in der Jagdhausalm war der krönende Abschluss dieses kameradschaftlichen, aber auch sehr lehrreichen Tages“, so Kristler.
Text: Redaktion, Fotos: Bergrettung Defereggental