Aguntum: Heiße Grabungssaison 2018 geht in das Finale – seltene Münze entdeckt

Insgesamt 25 Personen sind auch heuer wieder sieben Wochen lang in der Römerstadt in Dölsach mit Mauerrestaurierungen und Grabungsarbeiten beschäftigt.

Wie jedes Jahr gegen Ende der Grabungssaison luden Leo Gomig, Obmann des Vereins pro Agunto, und Grabungsleiter Michael Tschurtschenthaler von der Universität Innsbruck zu einem Mediengespräch. „Für die Mauersanierungen sind 800.000 Euro veranschlagt. Von der ersten Tranche haben wir 340.000 Euro gebraucht. 400.000 Euro werden beginnend mit der heurigen Grabungskampagne in den nächsten fünf Jahren für Sanierungen ausgegeben“, so Leo Gomig einleitend. Im Rahmen eines Leader III-Projektes werden u.a. ein Archäologischer Landschaftspark aktiviert sowie das Besucherlenkungssystem und die Informationsvermittlung verbessert. „Durch die GPS-gesteuerte Info-App wird man an 14 Stationen von Historikern über das Leben in der Römerstadt informiert. Neu ist, dass die Informationen auch in englischer und italienischer Sprache angeboten werden. In Vorbereitung ist ein Virtual Reality-System, und im Museum werden wir einen römischen Aufzug präsentieren, was vor allem auch für Kinder interessant sein dürfte“, berichtete der Obmann.

Grabungsleister Michael Tschurtschenthaler berichtete von den Ergebnissen der diesjährigen Grabungskampagne, die am 2. Juli begonnen hat und noch bis 14. August läuft. „Wir haben uns heuer auf drei Bereiche konzentriert: das Forum, wo wir bereits seit etwa zehn Jahren arbeiten, das kleine Handwerkerviertel, wo wir vor allem Mauerrestaurierungen durchführen, und den Prunkbau mit der Therme“, so der Grabungsleiter. In diesem Bereich wurde eine seltene Münze gefunden. „Es handelt sich um eine Silbermünze aus dem Königreich Numidien in Nordafrika, die 48 bis 46 vor Christus in der Nähe von Tunis geprägt wurde. Sie zeigt auf der Vorderseite König Juba I. und auf der Rückseite einen Tempel. Das Bemerkenswerte an diesem Fund ist, dass Aguntum bekanntlich erst Mitte des 1. Jh. n. Chr. gegründet wurde. Die Münze könnte also z.B. ein Sammler dort verloren haben“, so Tschurtschenthaler.

Im Bereich westlich des Forums wurden sechs Räume im Ausmaß von 23 bis 40 m² ausgegraben. „Ein Raum fällt besonders auf. Eine massive Dachziegelschicht mit rund 1,5 Tonnen Gewicht wurde entdeckt. Sie stammt von einem Gebäudeeinsturz beim Brand Mitte des 3. Jh. n. Chr.“, berichtete Tschurtschenthaler. Teile eines Pferdegeschirrs, eine Siegelkapsel, ein Öllämpchen und ein Anhänger in Steuerradform sind weitere Funde der laufenden Grabungskampagne. „Die Grabungen am Forum werden in drei bis vier Jahren planmäßig abgeschlossen werden können“, so Michael Tschurtschenthaler abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

09. August 2018 um