65 Einsätze: Bergrettung Lienz berichtete von herausforderndem Jahr 2024
Hotspot der Einsatztätigkeit bleibt der Bikepark am Hochstein. Das Sicherheitskonzept in der Galitzenklamm zeigt gute Wirkung. Die Lienzer Bergretter mussten 2024 nur zwei Mal dorthin ausrücken.
Zur Jahreshauptversammlung lud die Bergrettung Lienz am Freitag, 28. März, in das Bergrettungsheim in der Pfister. „Das vergangene Jahr hat uns erneut in vielerlei Hinsicht vor Herausforderungen gestellt, aber auch Erfolge und schöne kameradschaftliche Erlebnisse beschert“, so Ortsstellenleiter Thomas Zimmermann einleitend. Die Einsatzzahlen blieben auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den Vorjahren. Bei 65 Einsätzen leisteten die Lienzer Bergretter insgesamt 715 Stunden.
Ortsstellenleiter Thomas Zimmermann: „Aus kameradschaftlicher Sicht war der Bergrettungsausflug nach Cortina zum Passo di Falzarego ein Highlight, ebenso der bestens besuchte Vortrag des Fotografen und Bergsteigers Heinz Zak, der im vergangenen Herbst ein großes Publikum im Kultursaal Debant begeisterte.“
„Der Bikepark am Hochstein war auch 2024 wieder einer der Hotspots unserer Einsatztätigkeit. In engem Austausch mit den Lienzer Bergbahnen beobachten wir die Entwicklung genau und werden bei einer möglichen Erweiterung der Strecken oder weiter steigenden Einsatzzahlen gemeinsam nach machbaren Lösungen suchen“, so Zimmermann. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass die im vergangenen Jahr umgesetzten Maßnahmen des Sicherheitskonzepts in der Galitzenklamm gut wirken: „Wir mussten im Vorjahr zu nur zwei Einsätzen in die Galitzenklamm ausrücken. Diese Maßnahmen haben die Sicherheit der Besucher deutlich erhöht und gleichzeitig die Belastung für unsere Bergrettungsortsstelle reduziert.“
Neben einer Vielzahl an Schulungen und Übungen waren die Lienzer Bergretter bei unterschiedlichsten Veranstaltungen vertreten. Besonders hob der Ortsstellenleiter den Beitrag zur sicheren Abwicklung der aufwendigen Dreharbeiten für die Cliffhanger-Produktion hervor.
Für die Einsatzleitung berichtete Patrick Steiner.
Bergsteiger und Bergretter bleiben grundsätzlich oft bis ins hohe Alter fit und aktiv. Dennoch ist es für die Bergrettung Lienz essenziell, dass sie sich um den Nachwuchs bemüht. „Glücklicherweise befinden sich derzeit viele motivierte junge Bergsteiger:innen auf dem Weg zur vollständigen Ausbildung als Einsatzbergretter:innen. Mit sieben Anwärtern im ersten Jahr und sieben überprüften Anwärtern in der laufenden Ausbildung ist die Nachwuchsarbeit gut aufgestellt. Dies ist der Schlüssel, um die Bergrettung sowohl in der Einsatzmannschaft als auch in der Funktionärsstruktur zukunftssicher aufzustellen“, betonte Zimmermann.
Komplexes Übungsszenario am Rauchkofel/Kreidefeuer
Die Bergrettung Lienz besteht derzeit aus 109 Mitgliedern, 85 von ihnen sind als Bergretter aktiv. „Die vielfältigen und umfangreichen Tätigkeiten in unserer Ortsstelle können wir nur gemeinsam in einem großen Team bewältigen. Ein positiver Nebeneffekt dieser Teamarbeit ist die Möglichkeit, junge und motivierte Kamerad:innen in verschiedene Positionen einzubinden und sie schrittweise an verantwortungsvolle Aufgaben heranzuführen. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass dies ein bewährter Weg ist, den wir auch weiterhin verfolgen werden“, so der Ortsstellenleiter.
Dem langjährigen Bezirksleiter Peter Ladstätter, der heuer aus diesem Amt ausscheiden wird, überreichte Ortsstellenleiter Thomas Zimmermann ein Geschenk.
Die Finanzierung der Bergrettungsortsstelle bleibe eine Herausforderung, sowohl hinsichtlich der laufenden Kosten als auch im Hinblick auf notwendige Investitionen in die Aktualisierung von Einsatzausrüstung, Gerätschaften und Fahrzeugen. Das Budget stützt sich auf drei Finanzierungsquellen: die Beiträge der Gemeinden des Einsatzgebietes, die Erlöse aus der Einsatztätigkeit und der Absicherung von Veranstaltungen sowie die Beiträge der Gönner und Unterstützer.
v.l.n.r.: Michael Oberhuber (Ehrung 25 Jahre Mitgliedschaft), Vize-Bgm. Alexander Kröll (Lienz), Gottfried Schneider (Ehrung 25 Jahre Mitgliedschaft), Bundesrat Bgm. Markus Stotter (Oberlienz), Wolfgang Vergeiner (Ehrung 25 Jahre Mitgliedschaft), Ortsstellenleiter Thomas Zimmermann, Bezirkshauptfrau Dr. Bettina Heinricher, Bezirksleiter Peter Ladstätter
Mit Franz Fritzer konnten ein erfahrener neuer Kassier gewonnen werden. Er wird die herausragende Arbeit von Martin Januschke, der die Funktion des Kassiers über Jahrzehnte mit viel Umsicht ausübte, bestmöglich weiterführen. Unterstützt wird der neue Kassier von Walter Mascher, der eine langjährige Vereins- und Ausschusserfahrung mitbringt. „Besonders wichtig ist eine konsequente Verrechnung unserer Einsätze, wobei die Kosten in den allermeisten Fällen durch Versicherungen gedeckt sind“, betonte der Kassier.
Dr. Franz Krösslhuber wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Für 25-jährige-Mitgliedschaft wurden Michael Oberhuber, Gottfried Schneider und Wolfgang Vergeiner ausgezeichnet.
Text: Redaktion, Fotos: Bergrettung Lienz