26,85 Mio. Euro investiert: Schulzentrum Lienz Nord erstrahlt in neuem Glanz
Bei einem „Tag der offenen Tür“ konnten sich am Freitag, 13. Juni, alle Interessierten ein Bild vom rundumerneuerten Schulzentrum machen. Gleichzeitig fand die feierliche Eröffnung mit Landeshauptmann Anton Mattle statt.
Zunächst wurde bei der feierlichen Eröffnung mit einer Gedenkminute der Opfer des Amoklaufs im Grazer Gymnasium gedacht, und auch Bgm. LA Elisabeth Blanik und LH Anton Mattle gingen in ihren Reden zu Beginn auf die tragischen Ereignisse ein. „Schulen sind für mich Symbole für Jugend, Hoffnung und Zukunft. Wir wünschen und hoffen, dass die jungen Menschen hier sicher und umsorgt sind“, so Blanik.
Zwei Jahre dauerten die Arbeiten für die Sanierung und den Umbau des Schulzentrums Lienz Nord. Der laufende Schulbetrieb blieb immer gewährleistet – unter anderem durch die Errichtung einer Containerschule. Die Kosten von 26,85 Mio. Euro teilen sich die Stadt Lienz, der Bund, das Land und die beteiligten Schulsprengelgemeinden.
Neun Volksschulklassen, zwölf Klassen der Mittelschule sowie drei Klassen der Polytechnische Schule Lienz sind im Schulzentrum unter einem Dach vereint. Hinzu kommen drei Turnsäle und diverse Projekträume.

Die Stadtpolitik installierte 2005 einen Ausschuss für die ständige Entwicklung und Sanierung des Schulgebäudes Nord. Zahlreiche Gutachten, Bedarfserhebungen und statische Prüfungen wurden initiiert, Architekturwettbewerbe zur Generalsanierung ausgelobt, viele Verhandlungen geführt und Optionen abgewogen. Immer wieder wurden Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, ehe man sich dazu durchringen konnte, den Schulkomplex grundlegend zu erneuern.
Nachdem alternative Lösungen, wie beispielsweise ein Neubau auf einem anderen Grundstück, ein Neubau beim Konvikt oder die Sanierung des Bestandes eingehend geprüft wurden, entschied man sich letztlich für die Beibehaltung des bestehenden Standortes und somit für die Rundumerneuerung des Gebäudes. Der Baustart erfolgte Anfang Juli 2022. Umgesetzt wurden die Pläne von der Arbeitsgemeinschaft „okai & projektCC“.
Der Chor der Volksschule begrüßte mit dem Lied „Jetzt seid’s ihr do“ die Gäste.
„Die Sanierung alter Gebäude ist immer eine große Herausforderung. Im Sinne der Nachhaltigkeit freue ich mich jedoch immer, wenn saniert wird, anstatt neu zu bauen. Hier sind drei Schulen unter einem Dach vereint – auch das halte ich für eine sehr gute Lösung. Ich lehne es ab, immer alles zu filetieren“, lobte LH Anton Mattle das umgesetzte Konzept.
Rund um den Schulkomplex, der über eine Nutzfläche von 9.300 Quadratmetern verfügt, entstanden Grün- und Gemeinschaftsflächen. Eine Ausgabeküche für die Ganztagsschule wurde geschaffen. Das Areal vor der Schule ist nun autofrei. „Die Parkplätze am Vorplatz sind einer ruhigen, großflächigen Aufenthaltszone gewichen, die in den Pausen gerne von Schülern und Lehrpersonen genutzt wird“, erklärte Architekt Stefan Thalmann von der Arbeitsgemeinschaft.
Großer Wert wurde auch auf die Barrierefreiheit und eine neue Raumaufteilung gelegt, bei der man Nebenräume nordseitig integrierte, um südseitig Platz für weitere Klassen zu schaffen. Zusätzlich wurden die Fenster getauscht und die Fassade gedämmt. Dadurch konnten die Heizkosten gesenkt werden. Auch die Raumluft wurde nach dem Einbau eines automatischen Klassenraumbelüftungssystems spürbar besser.
Schülerinnen und Schüler der Mittelschule führten den Sketch „Aus ALT mach NEU“ auf.
Ein besonders wichtiges Anliegen war dem Architektenteam die Lichtdurchflutung des Gebäudes. Dies zeigt sich unter anderem im Schüler-Aufenthaltsraum bzw. in der Aula, wo die großen Panoramafenster bei schönem Wetter auch als Schiebetüren geöffnet werden können.
Der reguläre Schulbetrieb blieb während der Bauarbeiten immer aufrecht. Die Kinder und Lehrer der Volksschule wechselten dafür in die Gebäudehälfte, in der nicht gebaut wurde, während die Lehrpersonen und 251 Schüler der Mittelschule Nord in ein zweigeschossiges Bauwerk im Bereich des Siedlerweges übersiedelten, das sich im Modulsystem aus 138 angemieteten Containern zusammensetzte. Verteilt auf 13 Klassen fand dort der Unterricht wie gewohnt statt. Neben den Klassenzimmern standen auch Informatikräume, eine Bücherei, Aufenthaltsräume, einen Physik- und Chemieraum sowie Garderoben zur Verfügung. Für die Polyschüler wurde ebenfalls eine Ideallösung gefunden: Sie durften bis zum Abschluss der Bauarbeiten die Räumlichkeiten der alten Krankenpflegeschule nutzen.
Bereits im September 2023 konnten die Kinder der Volksschule und der Mittelschule in einen der neu sanierten Bauteile zurückkehren. Damit hatten die Schulcontainer ausgedient, wurden abgebaut und abtransportiert. Im September 2024 erfolgte dann fristgerecht und rechtzeitig zum Beginn des Schuljahres der Abschluss der Bauarbeiten.
Sprengelgemeinden aus dem Bezirk Lienz
Stadt Lienz, Oberlienz, Dölsach, Ainet, Amlach, Assling, Nußdorf-Debant, Gaimberg, Leisach, Thurn, Nikolsdorf, Tristach, Iselsberg-Stronach, Schlaiten, St. Johann im Walde und Lavant
Sprengelgemeinden aus Oberkärnten (Polytechnische Schule)
Großkirchheim, Heiligenblut, Mörtschach, Rangersdorf, Stall und Winklern
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Stadt Lienz/Martin Lugger