Volksbank hält weiter an Selbstständigkeit fest

Die Volksbank Osttirol-Westkärnten nimmt in einer Aussendung an die Medien zum Erhalt der Selbstständigkeit und zur Zukunftsausrichtung Stellung.

„Zu den verwirrenden Medienberichten der letzten Tage wollen wir klärend ausführen“, schreiben Vorstandsvorsitzender Dir. Mag. Hansjörg Mattersberger und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Leo Gomig einleitend in einer Medienaussendung.

Die Volksbank Osttirol-Westkärnten sei mit einer Bilanzsumme von  380 Mio. Euro und 80 Mitarbeitern die größte Regionalbank im Marktgebiet. Aufgrund des regionalen Geschäftsmodells sei die Bank kerngesund, stark und erfolgreich. Die Großbanken, u.a. die ÖVAG, hätten durch maßloses Wachsen und Ostexpansion massive Verluste eingefahren, die Volksbank Osttirol-Westkärnten hätte sich hingegen trotz Finanz- und Wirtschaftskrise weiter stärken können.

Die Regionalbanken hätten sich als robuste Stabilisatoren im krisenbehafteten Umfeld erwiesen. „Dies verwundert nicht, weil sie überschaubar sind und der lokalen Bevölkerung sowie Wirtschaft nahe verbunden sind. Regionalbanken entsprechen der eigenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Struktur. Das ist gesund. So beschäftigen 82% der Unternehmen weniger als 10 Mitarbeiter. 80% der Unternehmen sind durch dezentrale Bankensektoren finanziert. Für ein gesundes System sind Regionalbanken unverzichtbar, insbesondere für Regionen wie unsere, die durch extreme Abgelegenheit und massive Abwanderung gekennzeichnet ist“, heißt es in der Aussendung.

Die Region könne nur aus eigener Kraft ihre Zukunf gestalten,  Regionalbanken seien bei dieser Aufgabenstellung in ihrer Bank-, Arbeitgeber- und Mitwirkungsfunktion unabdingbar. Vor zwei Wochen hätte sich das höchste Gremium der Bank – die Generalversammlung –  einstimmig für den Erhalt der Selbstständigkeit ausgesprochen. Ebenfalls mit 100% hätte sich die Generalversammlung gegen eine Fusion zur Volksbank Kärnten und gegen den Verbundvertrag mit unbeschränkter Haftung ausgesprochen. „Diese Großfusion hätte mittelfristig dazu geführt, dass 40 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in der Region verlieren, das Kapital aus der Region abfließt, das Finanzierungspotenzial für die Region eingeschränkt wird und Bankeigentum vor Ort verloren geht“, verteidigen Mattersberger und Gomig die Beschlüsse.

Aufgrund unseres Zieles, selbstständig zu bleiben, sei die Bank schon längere Zeit mit der FMA (Österreichische Finanzmarktaufsicht) in Verbindung. Am 13. März 2015 musste ein weiteres Mal eine schriftliche Stellungnahme über den Status der Entwicklung der Selbstständigkeitslösung abgegeben werden. „Letzte Woche waren wir zudem zu einem Gespräch beim FMA-Vorstand eingeladen, in dem er uns ersucht hat, die Entscheidungen doch nochmals zu überdenken und doch beim neuen Verbundvertrag inklusive Fusionsmodell mitzumachen. Wir haben die FMA um Verständnis gebeten, dies nicht tun zu können“, erklären die Bank-Verantwortlichen.  Dabei sei im Besonderen auf die regionale Bedeutung hingewiesen und darüber informiert worden, dass die Generalversammlung mit 100% für die Selbstständigkeit gestimmt habe. Die FMA sei ersucht worden, dieses rechtsstaatliche Ergebnis zu respektieren.

„Für das Zustandekommen des neuen Verbundmodells mit Grußfusionen müssen 90% der Volksbanken (gemessen nach der risikogewichteten Aktiva) zustimmen. Die FMA macht Druck auf die medial erwähnten Volksbanken, ihre Generalversammlungen abzuhalten, um die erforderlichen 90 % kurzfristig heben zu können. Wir gehen nunmehr davon aus, dass bis Ende März 2015 deutlich über 90% erreicht werden. Mit aller Kraft arbeiten wir daran, die Selbstständigkeit unserer Regionalbank langfristig absichern zu können. An diesem Ziel halten wir unbeirrbar fest“, heißt es in der Aussendung abschließend.

Text: Wirtschaftsredaktion, Foto: Volksbank Osttirol-Westkärnten

17. März 2015 um