Rotfuchs im Fokus von Nationalpark-Wildtiertagung
Über 70 TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz besuchten die 17. Jägertagung der Nationalpark-Akademie in St. Jakob i.Def. am 10. und 11. Oktober.
Kaum eine Wildart ist so anpassungsfähig wie der Rotfuchs. Mit seiner Lebensweise hat er es geschafft, Lebensräume vom Hochgebirge bis in die Großstadt zu besiedeln. „Der Rotfuchs – Braucht es immer einen Schuldigen?“ – mit Themen rund um diese Frage beschäftigte sich die 17. Wildtiertagung der Nationalpark-Akademie in St. Jakob i.Def. am 10. und 11. Oktober 2013. Bei der Tagung wurde der Fuchs als Teil eines jahrtausendelangen Entwicklungsprozesses mit anderen Arten im gemeinsamen Lebensraum präsentiert. Neben der mythischen Deutung des Fuchses wurde die Biologie und die Anpassungsfähigkeit der Tierart genauso beleuchtet wie das Thema Krankheitsüberträger.
v.l.n.r.: NP-Direktor DI Hermann Stotter, Bezirksjägermeister Ing. Martin König und Mag. Christopher Böck vom Landesjagdverband Oberösterreich
Ob der Fuchs wirklich an allem Schuld sei, ließe sich generell nicht mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ beantworten, betonte Mag. Christopher Böck vom oberösterreichischen Landesjagdverband in seinem Referat. „In einem bereits gestörten Natur- und Lebensraum wird der Fuchs als Beutegreifer zusätzlich unangenehm auffallen und stören. Wir Menschen wollen aber immer gleichbleibende Ernten – in der Land- und Forstwirtschaft genauso wie bei der Jagd. Vorrangig in gestörten Ökosystemen ist es, diese wieder in Gleichklang zu bringen und nicht, die Jagd auf die Beutegreifer zu beginnen“, so Böck. Der Tiroler Nationalparkdirektor DI Hermann Stotter betonte die wichtige Funktion des Fuchses und anderer Beutegreifer im Naturkreislauf. „Wir sehen die Füchse als Teil eines funktionierenden Ökosystems, und daher werden auch diese Beutegreifer in den vom Nationalpark Hohe Tauern betreuten Revieren nicht bejagt“, so Stotter.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: NPHT Lammerhuber/Mattersberger
