Spitzenmedizin in Osttirol: die Allgemein- und Viszeralchirurgie am BKH Lienz
Das BKH Lienz nimmt nicht nur aus geographischer Sicht eine Sonderstellung ein. Als weitest entferntes Krankenhaus des Landes zu universitären Zentren bietet es auch eine breite medizinische Versorgung der Bevölkerung.
Zu den Schwerpunktabteilungen des Bezirkskrankenhauses Lienz gehört die Allgemein- und Viszeralchirurgie, die sich in den letzten Jahren zu einer medizinischen Einrichtung mit außergewöhnlich breitem Leistungsangebot entwickelt hat. Heute versorgt die Abteilung nicht nur den gesamten Bezirk Lienz und große Teile Oberkärntens, sondern auch zahlreiche Gäste der Region. Rund 20 Prozent aller Eingriffe an der Allgemein- und Viszeralchirurgie des BKH Lienz entfallen auf die Akutchirurgie, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr auf hohem fachlichem Niveau angeboten wird. Gleichzeitig deckt die Abteilung das gesamte Spektrum der elektiven Chirurgie aus mehr als 17 Organgebieten ab. Abgerundet wird das Angebot durch moderne robotische Chirurgie sowie chirurgische Endoskopie inklusive ERCP (endoskopische Darstellung und Intervention an den Gallengängen).
Primar Dr. Arvin Imamovic mit seinem Stellvertreter OA Dr. Josip Kresic
Zum Team der Allgemein- und Viszeralchirurgie, die unter der Leitung von Primar Dr. Arvin Imamovic steht, zählen neben dem Pflegepersonal sieben Oberärzte und zwei Assistenzärzte. Gemeinsam bewältigt die Mannschaft ein enormes Arbeitspensum: Im Jahr 2025 wurden rund 1.600 stationäre Patientinnen und Patienten sowie etwa 8.000 ambulante Frequenzen betreut. Zusätzlich führte die Abteilung mehr als 1.100 Operationen in Narkose unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade durch, sowie zahlreiche kleinere Eingriffe in lokaler Betäubung.

Auch in der Ausbildung des medizinischen Nachwuchses spielt die Abteilung eine wichtige Rolle. Durch die Lehrtätigkeit von Primar Dr. Arvin Imamovic an der Medizinischen Universität Graz erhalten Studierende regelmäßig die Möglichkeit, im Rahmen einer Famulatur oder des Klinisch-Praktischen Jahres (KPJ) praktische Erfahrungen in Lienz zu sammeln. Das Interesse daran ist groß – mittlerweile gibt es sogar Wartelisten.

Für die stationäre Versorgung stehen insgesamt 30 Betten zur Verfügung, darunter zehn auf der Privatstation. Damit kann das gesamte Spektrum moderner chirurgischer Versorgung angeboten werden – von komplexen intensivmedizinischen Maßnahmen wie Dialyse und Atemwegssicherung bis hin zur Rehabilitation und Remobilisation. Neben der 24 Stunden geöffneten Notfallambulanz bietet die Abteilung auch zahlreiche Spezialsprechstunden an. Dazu zählen u.a. die Endokrin-, Hernien-, Darm-, Magen-, Venen-, Proktologie- sowie die Chronische-Wunden-Sprechstunde. Tumorpatientinnen und -patienten werden interdisziplinär im Tumorboard besprochen, wo gemeinsam mit allen beteiligten Fachrichtungen individuelle und wissenschaftlich fundierte Therapiekonzepte erstellt werden.

Auch technisch ist die Abteilung auf höchstem Niveau ausgestattet. Moderne Operationssäle ermöglichen den Einsatz innovativer Verfahren – vom Neuromonitoring des Stimmbandnervs bis hin zu hochauflösenden Kamerasystemen. Mithilfe des Farbstoffs Indocyaningrün können beispielsweise Nebenschilddrüsen während einer Operation sichtbar gemacht und dadurch besser geschont werden. In der Endokrinchirurgie verzeichnet die Abteilung dadurch äußerst niedrige Komplikationsraten. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz des modernen Da-Vinci-Xi-Operationsroboters, der minimalinvasive und hochpräzise Eingriffe ermöglicht. Zusätzlich steht jederzeit eine moderne Endoskopieeinheit direkt im Operationssaal zur Verfügung.
Das chirurgische Spektrum reicht von offener über laparoskopische bis hin zu endoskopischer und robotischer Chirurgie. Behandelt werden sämtliche akutchirurgischen Krankheitsbilder sowie komplexe Krebsoperationen an Darm, Magen, Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere und Weichteilen. Darüber hinaus zählen Refluxoperationen, Hernienchirurgie, Venenchirurgie und proktologische Eingriffe zum Leistungsangebot. Die besonderen fachlichen Schwerpunkte von Primar Dr. Arvin Imamovic liegen in der robotischen Bauchchirurgie, der Akutchirurgie sowie der Endokrinchirurgie.
Text: Medizinredaktion, Fotos: © Martin Lugger
