Notstromversorgung: Übung des Landes Tirol und der Osttiroler Feuerwehren

Die Aktivierung der Notstromversorgung durch Feuerwehren stand im Zentrum der gemeinsamen Übung. Das A-Standort-Konzept ermöglicht die Aufrechterhaltung des Digitalfunknetzes selbst bei Blackout.

Feuerwehr, Rettung, Polizei – die Kommunikation zwischen den Blaulichtorganisationen oder mit den örtlichen Gemeindeeinsatzleitungen sowie regionalen und überregionalen Einsatzleitungen im Bezirk und Land spielt im Krisenfall und insbesondere bei länger andauernden Stromausfällen eine entscheidende Rolle. In Tirol wird über ein Digitalfunknetz (Digitalfunk BOS-Austria) kommuniziert, das auch bei länger andauernden Stromausfällen weiterhin einsatzbereit ist. Damit können die Einsatzorganisationen und weiteren Akteure selbst bei einem Blackout miteinander sprechen.

Um das Funknetz bei Stromausfall aufrechtzuerhalten, arbeiten das Land Tirol und die Tiroler Feuerwehren eng zusammen und haben ein Konzept zur Notstromversorgung der Funkstationen ausgearbeitet. Im Rahmen einer Übung des Fachbereichs für Funktechnik des Landes gemeinsam mit den Feuerwehren des Bezirks Osttirol, der Bezirksfeuerwehrzentrale in Lienz und dem Bezirksführungsstab der Feuerwehr wurde diese Zusammenarbeit kürzlich geprobt.

 

Bei der Übung konnten alle 15 Osttiroler Funkstationen des A-Standort-Konzepts mittels Notstromaggregaten in kürzester Zeit versorgt werden.

 

Funkstationen mit Notstromaggregaten

Die Aufrechterhaltung des Digitalfunknetzes bei Stromausfall funktioniert durch das österreichweit einzigartige A-Standort-Konzept: Ausgewählte Funkstationen – strategisch im ganzen Land verteilt – sind dafür eigens technisch aufgerüstet. Rund 36 Stunden lang können sie mittels Batterien weitersenden – anschließend kann der Notstrom über Aggregate eingespeist werden. Bei längeren Stromausfällen aktivieren die örtlichen Feuerwehren die Notstromaggregate der Funkstationen. Im Rahmen der Übung wurde diese Aktivierung erprobt. „Die Übung war ein voller Erfolg. Alle 15 Osttiroler Funkstationen des A-Standort-Konzepts konnten mittels Notstromaggregaten in kürzester Zeit versorgt werden,“ berichtet Bezirksfeuerwehrinspektor Franz Brunner.

Ausfallsicheres Richtfunknetz

Technisch funktioniert das A-Standort-Konzept über ein eigenständiges Richtfunknetz. „Richtfunk bedeutet, dass zwei ‚Funkmasten‘, die in einem gewissen Abstand zueinanderstehen, direkt miteinander kommunizieren können, ohne von öffentlichen Datennetzen oder auch kabelgebundenen Leitungen abhängig zu sein. Voraussetzung dafür ist, dass zwischen den beiden Funkmasten ein Sichtkontakt – selbst wenn es über mehrere Kilometer ist – besteht. Durch das eigenständige Richtfunknetz des Landes Tirol und der Unterstützung der Tiroler Feuerwehren kann der Betrieb des Digitalfunknetzes unabhängig von öffentlichen Netzanbietern und Energieversorgern im Katastrophenfall sichergestellt werden“, so Bernhard Goßner, technischer Übungsleiter beim Land Tirol.

 

Text: Redaktion, Fotos: Land Tirol

13. November 2024 um