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Von der Kunst, besondere Momente festzuhalten

Regina M. Unterguggenberger hielt sich gerade in Serbien auf, als sie die Nachricht erhielt, sie habe den „kwerfeldein Award“ für ihr Bergfoto von den Drei Zinnen erhalten.

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Das preisgekrönte Bild von den leicht verschneiten, spätherbstlichen Drei Zinnen

 

Im Juli 2016 hatte sich die gebürtige Oberkärntnerin dazu entschlossen, mit einer ihrer Arbeiten am „kwerfeldein Award 2016: Wanderlust“ des renommierten Online-Magazins für Fotografie „kwerfeldein“ teilzunehmen. Mit dem Award werden alljährlich besondere fotografische Leistungen zu einem bestimmten Thema ausgezeichnet. „Ich tat dies ohne jede Erwartungshaltung“, erinnert sich Unterguggenberger zurück. „Es war ein Versuch. Ich wollte quasi eine externe, unabhängige Reflexion für meine Arbeit erhalten.“

Über 400 Fotografen aus aller Welt reichten in diesem Jahr Fotografien ein, aus denen eine Jury, bestehend aus Chefredaktion, Berufsfotografen und Galeristen, die Gewinner ermittelte. Als Kriterien wurden Idee, Umsetzung und natürlich die Qualität der Aufnahmen herangezogen. Mit 74 von maximal 90 Punkten erreichte Regina Unterguggenberger mit ihrer besonderen Fotografie von den leicht verschneiten, spätherbstlichen Drei Zinnen den ersten Platz.

Die vielseitig interessierte Fotografin liebt die unberührte Natur und die stillen Momente. „Wenn ich in den Bergen unterwegs bin, ist das für mich Inspiration, Reflexion und Erholung zugleich“, sagt sie. Die Liebe zur Fotografie hat sich bei der aus dem Kärntner Lesachtal stammenden Wahlosttirolerin eigentlich aus einem ganz anderen Aspekt ihres beruflichen Wirkens heraus entwickelt. Ursprünglich studierte Mag. Dr. Regina M. Unterguggenberger Slawistik, Kommunikations- und angewandte Sprachwissenschaft an der Universität in Klagenfurt. Mit einer Agentur für Fotografie und der Entwicklung von Kommunikation machte sie sich später am Iselsberg in Osttirol selbstständig. „Schon während des Studiums habe ich meine Arbeiten mit Fotos dokumentiert und schon damals festgestellt, dass es mich reizt, mehr daraus zu machen. Es geht dabei um viel mehr, als nur darum, etwas abzulichten. Fotografie ist für mich die Kunst, eine Gesamtsituation, ein komplexes Thema in nur einem Bruchteil einer Sekunde festzuhalten“, philosophiert sie.

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Regina M. Unterguggenberger: „Wenn ich in den Bergen unterwegs bin, ist das für mich Inspiration, Reflexion und Erholung zugleich!“

 

Es dauerte einige Jahre, bis sie sich dazu entschloss, ihr Hobby auf eine professionelle Ebene zu heben. „2012 belegte ich einen Lehrgang für angewandte und künstlerische Fotografie an der Prager Fotoschule Österreich. Ich wollte die Fotografie wie ein solides Handwerk erlernen, damit aus meinen Ideen und Intuitionen Fotos von präziser Qualität entstehen können.“ Den Lehrgang schloss Regina mit Auszeichnung ab. Heute sagt sie: „Die Theorie ist das eine. Man kann noch so viele technische Kniffe erlernen, aber das Gespür für ein Motiv, für den entscheidenden Moment, für das richtige Licht oder das Außergewöhnliche kommt aus dem Herzen. Und das ist nur schwer erlernbar.“

Ihren ganz persönlichen Zugang und ihren ganz eigenen Stil spiegeln vor allem ihre Naturaufnahmen und Porträts wider. Regina beweist aber auch bei technischen Aufnahmen den Blick für das Besondere. Mit ihren Fotografien will sie, wie sie festhält, immer auch eine Geschichte erzählen. Mittlerweile ist sie für Foto-Touren vorwiegend im deutschsprachigen Raum, aber auch in Slowenien oder wie erst kürzlich in Norwegen unterwegs. Sie liebt die Begegnung mit der Natur, unabhängig von Wetter und Jahreszeit. „Meine Reisen eröffnen mir Perspektiven auf Neues. Die Landschaften, die ich erlebe, sind so facettenreich und die Stimmungen wechseln so oft, dass scheinbar gleiche Motive absolut unterschiedlich abgelichtet werden können.“

Auf die Frage, was ihr Auszeichnungen wie jene des „kwerfeldein Award 2016“ bedeuten, meint sie abschließend: „Die Bewertung durch eine unabhängige Jury hat mir gezeigt, dass meine Arbeiten auch im internationalen Vergleich bestehen können. Der Preis ist vor allem aber Motivation und Ermutigung, weiter an meinen Fotografien zu arbeiten. Ein Übermaß an Zufriedenheit bedeutet Stillstand – und das ist nicht meine Natur!“

Text: Jan Schäfer, Fotos: Regina M. Unterguggenberger, Martin Lugger