Ziele und Perspektiven: MCI stellte neues Studienangebot am Campus Lienz vor

Prof. Dr. Andreas Altmann, Rektor des MCI Innsbruck, präsentiert die neuen Studienrichtungen am Campus Lienz. Der gebürtige Osttiroler Hermann Erlach, General Manager & CEO von Microsoft Österreich, hielt den Festvortrag.

Schüler:innen, Schulleiter:innen und Lehrpersonal, Unternehmer:innen und ihre Mitarbeiter:innen sowie alle Interessierten waren zur Informationsveranstaltung am Montag, 30. September, am Campus Lienz eingeladen.

„Am Management Center Innsbruck stehen aktuell etwa 4.500 Bewerbungen den insgesamt rund 1.400 zu vergebenden Studienplätzen gegenüber. Wir legen großen Wert darauf, dass wir unsere Studierenden schon im Vorfeld ganz genau kennenlernen wollen. Für das neue Studienangebot in Lienz vergeben wir 16 Studienplätze und hoffen auf 25 bis 30 Bewerbungen. Neben den üblichen Unterlagen – wie Lebenslauf und Motivationsschreiben – ist uns vor allem der Eindruck wichtig, dass sich der Bewerber oder die Bewerberin über sein/ihr gewünschtes Studium informiert hat“, so Rektor Prof. Dr. Andreas Altmann einleitend.

Angeboten werden ab Herbst 2025 am MCI Standort Lienz folgende vier Technikstudien: 1. Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik, 2. Mechatronik, Design & Innovation, 3. Wirtschaftsingenieurwesen und 4. Medizin-, Gesundheits- & Sporttechnologie.

Die vier Studienrichtungen dauern alle sechs Semester. Die ersten beiden Semester werden in Lienz absolviert, das 3. und 4. Semester am MCI-Standort Innsbruck, beim 5. Semester handelt es sich um ein Internationales Semester, das an einer Partneruniversität im Ausland absolviert wird.

„Im 6. Semester arbeiten die Studierenden mit Unternehmen im Bezirk Lienz zusammen und erstellen ihre Bachelorarbeit. Alle Studienrichtungen sind so gestaltet, dass sie berufsbegleitend bzw. berufsermöglichend absolviert werden können“, informierte der Rektor, der anschließend auch das Team für den MCI-Campus Lienz vorstellte. Standortleiter wird der gebürtige Osttiroler Mag. Hansjörg Jaufenthaler.

 

Hermann Erlach: „Die Künstliche Intelligenz ist nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Gefährlich wird es, wenn wir uns durch Ängste die Zukunft verbauen!“

 

„Künstliche Intelligenz, ChatGPT & Digitalisierung: Wohin geht die Reise?“

Den Festvortrag hielt Hermann Erlach zum Themenkreis Artificial Intelligence (AI) und Digitalisierung. Der gebürtige Osttiroler ist seit 2015 Mitglied der Geschäftsleitung und seit 2021 General Manager & CEO von Microsoft Österreich.

Hier einige wesentliche Aussagen des Vortrages:

„Eigentlich kann man keinen Vortrag über KI im Allgemeinen halten. Wenn wir über KI sprechen, sprechen wir von Hunderten verschiedener Tools.”

„Wenn man früher ein Auto gekauft hat, wurde man gefragt, ob man auch ABS dazuhaben möchte. Heute ist ABS selbstverständlich dabei. In Zukunft wird alles, was nicht mit diesen neuen Technologien funktioniert, unverkäuflich sein.“

„Die KI ist nicht grundsätzlich gut oder schlecht. Das Problem sind eher Zeitungsartikel und Social Media. Natürlich gibt es auch Gefahren. Ich bin der Meinung, dass AI nicht viele Arbeitsplätze ersetzen wird. In Zukunft wird es immer weniger erforderlich sein, monotone Verwaltungsarbeiten zu verrichten, sondern man wird mithilfe der KI verstärkt kreativ arbeiten.“

„Einen Wohlstand wie bisher wird es in Zukunft niemals mehr geben. Die Produktivität geht zurück, und demografische Faktoren spielen eine Rolle. Die kleinste Bevölkerungsgruppe kommt in den Arbeitsprozess, und die größte verlässt ihn. Um den Wohlstand einigermaßen zu erhalten, müssen wir in Zukunft signifikant mehr arbeiten, die Bildung erhöhen und die neuen Technologien einsetzen.“

„AI ist nicht nur ein Tool, sondern wie Strom oder Energie, um den Wirtschaftskreislauf am Leben zu halten.“

„Der Hype um die AI ist schon vorbei. Es ergeben sich unendlich viele Anwendungsmöglichkeiten – etwa auch für Städte, Gemeinden, Unternehmen und die Industrie. Man kann KI als Bedrohung sehen, aber auch als Lösung. Sorgen bereiten mir eher Social Media oder die Sicherheit von Daten.“

„Unser Microsoft-Produkt heißt Copilot. So sehe ich auch die AI. Pilot bleibt immer der Mensch.“

„Eine große Gefahr sehe ich, wenn wir uns durch Ängste die Zukunft verbauen. So werden in China beispielsweise durch den Einsatz der modernen Technologien bereits bessere Artikel um ein Drittel der Kosten im Vergleich zu Europa produziert.“

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

30. September 2024 um