Die Osttiroler Baugenossenschaft OSG feierte ihr 70-jähriges Bestehen
Über 2.000 Wohnungen hat die OSG in 70 Jahren errichtet. Gewürdigt wurde bei der Feier vor allem das Engagement von Vorstand Georg Theurl, der in Kürze die Pension antritt.
Über 2.000 Wohnungen wurden in den vergangenen sieben Jahrzehnten von der OSG errichtet und damit ein maßgeblicher Beitrag zur hohen Wohn- und Lebensqualität in Osttirol geleistet. Im Rahmen der Jubiläums-Feier Mitte Oktober 2022 wurden auch langjährige MitarbeiterInnen geehrt und die Weichen für die Zukunft des Unternehmens gestellt.
Aufsichtsrat, Vorstand und MitarbeiterInnen der OSG
In großem Rahmen beging die Osttiroler gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (OSG) am Freitag, 14. Oktober, im Kultursaal von Nußdorf-Debant ihr 70-jähriges Firmenjubiläum. Die Vorstände Georg Theurl und Wolfgang Wilhelmer sowie Aufsichtsratsvorsitzender OSR Helmut Schneider konnten neben vielen Mitgliedern auch zahlreiche Bürgermeister der Osttiroler Gemeinden sowie auch VertreterInnen von bauausführenden Firmen, Planern, Architekten und viele weitere Geschäftspartner begrüßen.

Ein Blick zurück
Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein Film präsentiert, der die 70 Jahre der Genossenschaft Revue passieren ließ. In der Nachkriegszeit herrschte in Osttirol eine große Wohnungsnot. Um dem entgegenzuwirken und Familien ein neues Zuhause zu bieten, wurde am 11. September 1952 die Baugenossenschaft OSG ins Leben gerufen. In den nachfolgenden beiden Jahrzehnten konnten bereits zahlreiche Projekte realisiert werden. Insbesondere mit dem starken Bevölkerungswachstum ab Beginn der 1970er-Jahre stieg der Bedarf an Wohnraum erneut an, weshalb die ersten größeren Anlagen gebaut wurden. Ende der 70er-Jahre stellte der damalige Vorstand unter Führung des langjährigen Obmannes – und heutigen Ehrenobmannes – Rainer Brugger die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der OSG. 1982 wurde das erste Büro eröffnet und Georg Theurl als erster hauptberuflicher Mitarbeiter eingestellt. Zahlreiche weitere OSG-Gebäude entstanden und im Laufe der Folgejahre baute die OSG Schritt für Schritt auch ihr Betätigungsfeld aus: 1993 kam die Hausverwaltungs-Abteilung hinzu und einige Zeit später wurde eine eigene Technik-Abteilung installiert. Einen Meilenstein der letzten Jahre stellte der neue Büro- und Verwaltungssitz der OSG in der Emanuel-von-Hibler-Straße in Lienz dar, der 2021 bezogen werden konnte. Insgesamt wurden bis 2022 ganze 2.158 Wohnungen bzw. Reihenhäuser erfolgreich umgesetzt sowie 13 Geschäftslokale gebaut.
Die drei Bürostandorte der OSG im Laufe der 70-jährigen Geschichte: im Dachgeschoß der Raiffeisenbank Matrei i. O., in der Beda-Weber-Gasse 18 in Lienz und seit 2021 in der Emanuel-von-Hibler-Straße 1 in Lienz
Bilanz über das Geschäftsjahr 2021
Im Rahmen der am Abend des 14. Oktober abgehaltenen Generalversammlung berichteten die beiden Vorstände von einem Bauvolumen von 16,6 Mio. Euro. Trotz der nicht einfachen allgemeinen Rahmenbedingungen konnten 2021 insgesamt 72 Wohnungen und 112 Garagenplätze sowie das neue Bürogebäude der OSG in der Emanuel-von-Hibler-Straße fertiggestellt werden. Als Grundlage für zukünftige Vorhaben wurden weitere 6.494 Quadratmeter Flächen angekauft, sodass der aktuelle Bestand an Baugrundstücken über 71.000 Quadratmeter umfasst. „Damit können wir Projekte entwickeln und die Bautätigkeit auch in den nächsten Jahren sichern“, betonte Vorstand Georg Theurl und berichtete davon, dass circa 410 neue Wohnungen bereits geplant sind bzw. sich in Bauvorbereitung befinden. Die aktuelle Situation fasste er so zusammen: „Die stark gestiegenen Kosten, der Facharbeiter-Mangel und die Auslastung der Firmen stellen auch uns derzeit vor große Herausforderungen. 2022 werden wir deshalb ein etwas geringeres Bauvolumen abwickeln als im Vorjahr. Für 2023 können wir, wie ich meine, aber wieder optimistischer sein.“ In Hinblick auf die Verwaltungstätigkeit der OSG konnte 2021 eine Steigerung von über drei Prozent (von 6.662 auf 6.870 verwaltete Einheiten) erzielt werden. Aktuell verwaltet das 28-köpfige OSG-Team 3.368 Wohnungen und Geschäftslokale sowie 3.534 Garagenplätze und zeichnet in diesem Zusammenhang auch für die Instandhaltung und technische Fragen verantwortlich. 2021 wurden neben zahlreichen kleineren Sanierungsarbeiten an vier Verwaltungsobjekten Großsanierungen in Höhe von rund einer halben Million Euro ausgeführt. Den Jahresüberschuss der OSG bezifferte Vorstand Wolfgang Wilhelmer für 2021 mit 3,2 Millionen Euro. Er erläuterte auch, dass der Bilanzgewinn (rd. 800.000 Euro) 2021 höher als im Vorjahr ausfiel und dass die Eigenmittelquote in der Bilanz 2021 mit 21,52 Prozent ausgewiesen ist.
Jahrzehntelanger, verdienstvoller Einsatz für die OSG
Einen Höhepunkt des Festabends aus Anlass des 70-jährigen OSG-Bestehens bildete die Ehrung zweier verdienter MitarbeiterInnen. 1993 war Manuela Holzer als dritte Angestellte zum Team der OSG hinzugestoßen. Sie wird nach knapp 30 Dienstjahren in der Hausverwaltung der OSG am 1. Dezember 2022 ihren Ruhestand antreten und wurde für ihren Fleiß und Einsatz durch Laudator Helmut Schneider, Aufsichtsratsvorsitzender der OSG, gelobt.
Die beiden OSG-Vorstände mit Aufsichtsratsvorsitzendem Helmut Schneider und Manuela Holzer sowie ihrem Mann Christoph
Viel Anerkennung und Dank für das „Gesicht der OSG“, Vorstand Georg Theurl: im Bild mit Gattin Martha, Vorstandskollege Wolfgang Wilhelmer, Prokurist Josef Hotschnig, Aufsichtsratsvorsitzendem Helmut Schneider sowie Franz Mariacher, Geschäftsführer der TIGEWOSI und Obmann der Gemeinnützigen Bauträger Tirols
Die Laudatio für Georg Theurl, der Mitte November 2022 in Pension gehen wird, hielt dessen Vorstandskollege Wolfgang Wilhelmer. „Dir ist es immer gelungen, Risiko und Nutzen genau abzuwägen und gemeinsam mit den MitarbeiterInnen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Zusammen mit den Bürgermeistern konnte die Osttiroler Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft unter deiner Führung einen wesentlichen Beitrag zur Verhinderung der Abwanderung aus unserem Bezirk leisten“, strich Wilhelmer die besondere Bedeutung Theurls für die OSG und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit diesem hervor. „Für die Erfolgsgeschichte unseres Unternehmens unter deiner Führung spricht auch die Entwicklung des Mitarbeiterstandes. Im Jahr 2002 umfasste unser Team sieben Angestellte, 2012 waren es 14, und heute gehören unserem Team 28 Fachkräfte an.“
Prokurist Josef Hotschnig rückt als Vorstand nach. Im Bild mit Vorstand und Geschäftsführer Wolfgang Wilhelmer
Weichen für die Zukunft
Nach Pensionsantritt des bisherigen Vorstandes wird Wolfgang Wilhelmer das Amt des Vorstandssprechers übernehmen und den kaufmännischen Teil der Geschäftsführung weiterführen. Als neuer Vorstand rückt Prokurist Josef Hotschnig nach. Er wird im Vorstand für die technischen Agenden verantwortlich sein. Der scheidende Vorstand, GF Georg Theurl, bedankte sich für die „Wahnsinnszeit bei der OSG“ und wünschte dem Unternehmen, dass die Teamarbeit so gut weitergehen solle wie bisher. „Dies ist die beste Basis dafür, dass man gemeinsam auch schwierige Jahre überstehen kann und dass die erfolgreiche Entwicklung der Baugenossenschaft fortgesetzt wird.“
Text: Elisabeth Hilgartner, Foto: © OSG, Martin Lugger, Osttirol Journal


