Wirtschaft – Die Woche kompakt!

Heftige Euro-Meldungen beherrschten die ganze Woche über die Nachrichtenmedien. Auch der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone stand wieder im Raum.

Man vergleiche dazu meinen Kommentar von letzter Woche „Schweineanalogie“ – „zuerst kräftig mästen und dann überraschend abstechen“. Derzeit haben allein Deutschland und Frankreich jeweils ca. 100 Mrd. Euro offene Forderungen an Griechenland, Italien 60 Mrd. Euro, Spanien 40 Mrd. Euro und Österreich 11 Mrd. Euro. Die Folgen der Nicht-Rückzahlbarkeit für die beispielhaft genannten Länder wären „unerfreulich“. Spanien und Italien sind bereits offizielle weitere „große Sorgenkinder“ der EU. Spanien benötigt wahrscheinlich insgesamt 300 Mrd. Euro (!) Hilfszahlungen der EU Partner, Frankreich kann sich noch kurzfristig besser verkaufen als die Realität bereits ist. Deutschland droht man nun den Verlust der höchsten Bonitätsklasse AAA (auf AA+ oder weniger) an, da oben genannte Summen, z.B. „Griechenlandausfall“, und die theoretisch immer wahrscheinlicher werdende Inanspruchnahme aus diversen Euro-Rettungsschirmen in der Höhe von mehreren Hundert Mrd. Euro auch für Deutschland nicht mehr zahlbar wären. Aus diesem Grund meldeten sich auch 17 namhafte europäische Ökonomen in dieser Woche in Berlin mit einem „Gutachten“ öffentlich zu Wort, mit dem Grundtenor: „Europa steht an der Schwelle zu einer finanzpolitischen Katastrophe.“

Es werden aber auch Empfehlungen formuliert, vor allem wie ein Austritt aus der Euro-Zone „geordnet“ erfolgen kann, ohne den anderen Staaten massiv zu schaden. Und zu allerletzt hat sich der Ökonom Peter Doyle mit einem heftigen „Kündigungsbrief“ aus dem IWF (Internationaler Währungsfonds) verabschiedet: „Der IWF hat in der Euro-Krise total versagt … Nach 20 Jahren im Dienst des IWF schäme ich mich, überhaupt irgendeine Verbindung mit dem IWF gehabt zu haben … Erkenntnisse und Warnungen über eine aufziehende Krise in der Eurozone sind einfach unterdrückt und nicht veröffentlicht worden“ (Auszug aus dem Brief an den IWF-Exekutivrat, veröffentlicht bei CNN-TV). Ein starker Tobak! Kürzer formulierte dies unser ehemaliger EU-Kommissar DI Dr. Franz Fischler beim Symposium des Klagenfurter Uni-Clubs in Friaul, der bei den europäischen Verantwortlichen „einfach Hilflosigkeit“ ortet – auch bedenklich.

29. Juli 2012 um