Wirtschaft – Die Woche kompakt!

Weltbank und IWF – die Herren (und die Dame) des Geldes. Ein Kommentar von Kurt Wallensteiner zum Wirtschaftsgeschehen der vergangenen Woche.

In dieser Woche meldete sich erstmals der neue Weltbank-Vorsitzende, Jim Yong Kim, zur Schuldenkrise in Europa mit auffällig dramatischer Wortwahl. Er fürchte einen globalen Einbruch der Konjunktur und warnt vor einem weltweiten Wachstumseinbruch. Eine Dauerkrise der europäischen Staaten hätte sogar Auswirkung auf die so genannten Entwicklungsländer und könne das dort mühsam erreichte, ohnehin schwache Bruttosozialprodukt (Umsatz einer Volkswirtschaft) wieder reduzieren. Gleich darauf verlautbarte auch der IWF (Internationaler Währungsfonds – derzeit unter dem Vorsitz von Christine La Garde – dass der Euro-Zone nach wie vor die „grundlegenden Werkzeuge“ fehlten, um mit den Kernproblemen der Schuldenkrise fertig zu werden. Man beachte diesen Kommentar von Frau La Garde nach parlamentarischen Beschlüssen in der EU zur Einführung von mittlerweile „3 Euro-Schutzschirmen“, zuletzt dem umstrittenen, weil betragsmäßig unkalkulierbaren ESM.

Der IWF fordert die EZB (Europäische Zentralbank) jedoch gleichsam auf, „…die Geldpolitik weiter zu lockern und zusätzliche Geldspritzen zur Versorgung der EU-Staaten mit frischem Kapital anzuwenden…“. Ein Widerspruch in sich, meinen berechtigte Zweifler, die keine Strategie mehr in der Handlungsweise der involvierten Institutionen erkennen. Dies hätte alles nur den Hintergrund, noch mehr Abhängigkeit in Europa von den US-dominierten Institutionen Weltbank und IWF zu schaffen, mit dem Ziel, einen zentral dominierten Kontrollapparat (europäische Bankenunion, europäische Staatshaushaltsunion mit jeweiligem Eingriff in nationale Rechte und Finanzpolitik etc.) zu ermöglichen.

Ob dies zutrifft, kann ich nicht wissen. Ich meine nur, die folgende humoristische Satire könnte eine Analogie darstellen: Ein Bauer hält einige Schweine, kommt jeden Tag in den Schweinestall und füttert seine Schweine mehrmals kräftig. Sagt ein Schwein zum anderen: „So ein netter großzügiger Bauer!“ Das angesprochene Schwein erwidert: „Der Bauer ist ein falscher Hund, der füttert uns nur aus dem Grund regelmäßig kräftig, damit er uns zu Weihnachten abschlachten und teuer verkaufen kann.“ Da meint das erste Schwein: „Hör doch auf mit deiner Verschwörungstheorie!“

20. Juli 2012 um