Wirtschaft – Die Woche kompakt!

In der vergangenen Woche wurde die Euro- und Staatsschuldenkrise durch drei repräsentative Ereignisse geprägt.

Der IWF (Internationale Währungsfonds) droht offen aus der Griechenland-Rettung auszusteigen, wenn die „europäischen Partner“ nicht bereit wären, vorher Griechenland einen weiteren Teil der Schulden bei europäischen Gläubigern nachzulassen. Das heißt, der US-dominierte IWF gibt nur „frisches“ Geld an Griechenland, wenn die Europäer ihrem Mitgliedstaat Griechenland bereits gegebenes „altes“ Geld schenken – dies würde der europäischen Staatengemeinschaft (Steuerzahler) erneut ca. 100 Mrd. Euro (!) kosten. Die EU Kommission reagierte verärgert auf die Forderung aus Washington, was immer das auch bewirkt.
Weiters wird wahr, was viele Experten prognostiziert haben. Nationale Sparprogramme gehen zu Lasten der Konsumausgaben der Bevölkerung und in der Folge sinkt auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Somit steuert die Euro-Zone auf eine Rezession zu (kein Wirtschaftswachstum mehr) – als Hauptindikator bemerkbar u.a. durch rückläufige Auftragseingänge bei der deutschen Industrie. Die Folgen sind sinkende Steuereinnahmen bei ohnehin bereits Budget-Defizit Staaten. Da „politisch“ nicht weiter „auf den Rücken der Bevölkerung“ gespart werden kann, werden sich die Staatsdefizite weiter erhöhen und als letzter Retter in der Not wird die EZB (Europäische Zentralbank) massiv Computergeld „drucken“ und „online“ zur Stabilisierung der Buchhaltung der EU Staaten zur Verfügung stellen, dies auch um der „Jagd“ der US Ratingagenturen zu entkommen. Dieser virtuelle, nicht mehr reale Charakter der wahrscheinlich letztverbleibenden Maßnahme zur Finanzierung der europäischen Staatshaushalte spricht für die derzeit bedenkliche Realität.

Dieses Szenario wird auch dadurch untermauert, dass nunmehr weltweit agierende Konzerne wie SHELL Oil, als erstes multinationales Unternehmen die gesamten Bank-Barreserven aus Europa abzieht und in Asien und USA deponiert. Es gibt anscheinend zu wenig Vertrauen in die Krisen-Lösungskompetenz der europäischen Politik.

12. August 2012 um