Bodenseer: „Wirtschaftliche Pole Position verteidigen!“
Viel Optimismus für den Wirtschaftsstandort Tirol aber auch für den Bezirk Lienz strahlten die Funktionäre der Wirtschaftskammer im Rahmen des Neujahrsempfangs aus.
Schon zur Tradition geworden ist der Neujahrsempfang der Wirtschaftskammer Tirol in den Bezirken. In Osttirol ging der Empfang am Montagabend, 23. Jänner, über die Bühne. Davor luden Präsident Dr. Jürgen Bodenseer, Bezirksobmann Michael Aichner und Bezirksstellenleiter Mag. Reinhard Lobenwein zu einem Pressegespräch. „Es gibt in Tirol volle Auftragsbücher. Wir hatten 2016 mit rund 2% das beste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer und zusammen mit Vorarlberg die geringste Arbeitslosigkeit. Diese wirtschaftliche Pole Position ist hart erkämpft und will verteidigt werden“, so Bodenseer einleitend.
Dr. Jürgen Bodenseer: „Junge Menschen mit einem Lehrabschluss haben kaum Probleme, am Arbeitsmarkt unterzukommen, während sich Akademiker in gewissen Bereichen schwer tun, eine Arbeitsstelle zu finden.“
Als Gründe für die gute wirtschaftliche Entwicklung sieht Bodenseer den guten Mix an Branchen und Betriebsgrößen. „Der Tourismus ist bei uns in Tirol praktisch das Sahnehäubchen darauf. Osttirol sehe ich als Ganzjahrestourismusgebiet. Mit der intakten Natur, den guten Betrieben und dem vielfältigen Angebot sehe ich viel Potenzial für die Zukunft. Ich hoffe, dass durch kluges Marketing seitens der öffentlichen Hand und der Betriebe dieses Kronjuwel allerorts noch bekannter wird“, so der Präsident. Einen starken Fokus lege die Wirtschaftskammer auf den Schwerpunkt Lehre, Fachkräfte und Berufsorientierung. „Im vergangenen Jahr wurden rund 6.000 Lehrabschlussprüfungen abgenommen. Auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel im Tourismus hat die Lehre mit Sicherheit Zukunft“, so Bodenseer.
Michael Aichner: „Die Mechatronik hat sich im abgelaufenen Jahr zu einer wesentlichen Stärke Osttirols entwickelt. 2016 waren die Etablierung des universitären Studienganges und der Baustart für den Campus Lienz zweifellos Meilensteine für die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte.“
Auch für den Bezirk Lienz sprach Bezirksobmann Michael Aichner von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung im vergangenen Jahr. „Im letzten Sommer durften wir uns in Osttirol über einen Beschäftigungsrekord mit erstmals über 20.000 Arbeitnehmern freuen. Auch die Arbeitslosigkeit ist Monat für Monat zurückgegangen. Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, aber ich schätze, dass wir bei der Arbeitslosenquote endlich einstellig werden“, so Aichner. Auch im Tourismus würden die Beschäftigtenzahlen steigen. „Wir konnten im vergangenen Jahr wieder die Schallmauer von zwei Millionen Nächtigungen durchbrechen. Die qualitative Aufrüstung der Beherbergungsbetriebe trägt also Früchte“, so der Bezirksobmann.
Wie schon seit einigen Jahren umrahmten die Wiltener Sängerknaben auch heuer wieder den Neujahrsempfang in der Wirtschaftskammer musikalisch.
Auch Michael Aichner betonte die steigende Attraktivität der Lehre. „Im Verhältnis zur Geburtenrate ist der prozentuelle Anteil der Lehrlinge im Bezirk gestiegen. Das Mechatronik-Studium ist mit acht Studierenden ein zartes Pflänzchen, das sich gut entwickeln wird. Die Betriebe signalisieren jedenfalls eindeutig Bedarf an Mitarbeitern mit einem derartigen Studienabschluss“, so Aichner. Auf die Frage, wie man dem Mangel an Köchen und Kellnern in den Tourismusbetrieben begegnen wolle, antwortete Bodenseer: „Inzwischen wird vor den Hotels ein roter Teppich ausgerollt, wenn ein Koch oder Kellner zu arbeiten beginnt. Diese Berufe müssten endlich auf die Liste der Mangelberufe gesetzt werden. Ich orte jedenfalls Zufriedenheit in diesen Berufen. Die bezahlten Löhne liegen über dem Kollektivvertrag. Und bei einer Umfrage unter Mitarbeitern, die schon jahrelang in der Gastronomie arbeiten, haben sieben von zehn angegeben, dass sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.“
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, Osttirol heute/Mühlburger