Wirtschaftskammer Lienz: Forderungen an das Land und neuer Bezirksstellenleiter
Der bisherige Banker Mag. Johann Kollreider wird neuer WK-Bezirksstellenleiter in Lienz. Derzeitige Führung richtet Forderungen an nächste Landesregierung.
Die Dezentralisierung von Landeseinrichtungen, die Umsetzung von Vorschlägen betreffend die Neuausrichtung der Uni in Lienz oder die Fortführung der Qualitätsbettenoffensive Osttirol nannten Obfrau Mag. Michaela Hysek-Unterweger und Bezirksstellenleiter Mag. Reinhold Lobenwein bei einem Medientermin am Montag, 12. September, als Hauptthemen ihres umfassenden Forderungskataloges an die nächste Tiroler Landesregierung.
„Ein zukunftsfähiger ländlicher Raum braucht zeitgemäße Rahmenbedingungen, die von politischen Entscheidungsträgern geschaffen werden müssen. Anlässlich der Landtagswahl haben wir von der Wirtschaftskammer Lienz Vorschläge für das neue Regierungsprogramm ausgearbeitet“, so die Obfrau einleitend.
Innovative digitale Lösungen, veränderte Bedürfnisse im Bereich der Vereinbarkeit von Leben und Arbeiten und die freie Wahl des Lebensmittelpunktes würden zunehmend an Bedeutung gewinnen, um qualifiziertes Personal zu rekrutieren und zu halten. „Das gilt inzwischen für alle Branchen – nicht nur für den Tourismus. Modelle und Strategien der Dezentralisierung von Landeseinrichtungen und landesnaher Gesellschaften müssen für die nächste Periode verpflichtend angedacht werden“, so Hysek-Unterweger, die für den Bezirk Lienz beispielhaft ein Gemeindekompetenzzentrum bzw. ein regionales Nachhaltigkeitskompetenzzentrum oder ein Zentrum für erneuerbare Energien nannte.
Zum Thema Bildung sagte Hysek-Unterweger, dass „die inhaltliche Ausrichtung der Uni Lienz weder die Interessen der Unternehmen in Osttirol trifft, noch eine Konzentration auf das definierte Themendreieck Natur-Mensch-Technik erkennbar ist“. Eine Arbeitsgruppe hätte im Auftrag des Landes ein Strategiepapier ausgearbeitet. „Wir fordern ein adäquates Studienangebot, in das die Erfordernisse unserer heimischen Unternehmen eingearbeitet werden. Es gilt, eine Nische zu finden, damit am Campus Lienz wieder Bewegung entsteht“, so die Obfrau und der Bezirksstellenleiter.
Aufgrund der guten Beschäftigungslage in Osttirol müssten verstärkt Mitarbeiter*innen von anderen Regionen angeworben werden. „Die Schaffung von Wohnraum durch Betriebe für diese Mitarbeiter*innen muss wie im Tourismus auch in anderen Branchen gefördert werden“, fordert Hysek-Unterweger.
Die Wirtschaftskammer Lienz fordert auch die Fortführung der „Qualitätsbettenoffensive Osttirol“ in den nächsten fünf Jahren. „Die Fortführung dieses Programmschwerpunktes ist notwendig, um den Tourismus vor allem in den Osttiroler Seitentälern zu stärken. Aufgrund der Pandemie und vielschichtiger Krisen – z.B. auch der Preissituation im Baubereich – wurde bisher durch die Qualitätsbettenoffensive erst ein Projekt gefördert“, informierte die Wirtschaftskammer-Obfrau.
Mag. Johann Kollreider wird neuer Bezirksstellenleiter
Seit dem Jahr 2000 leitet Mag. Reinhard Lobenwein die Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Lienz. Der 62-Jährige wird im nächsten Jahr seine Pension antreten. Als seinen Nachfolger präsentierte Michaela Hysek-Unterweger den 53-jährigen Mag. Johann Kollreider aus Anras. Er war in den letzten Jahren in der RLB Lienz, im Vorstand der Hypo Tirol Bank und in der Tiroler Sparkasse tätig. „Johann Kollreider wurde aus acht Bewerbungen ausgewählt. Er wird mit 1. Jänner 2023 seinen Dienst in der Wirtschaftskammer antreten. In den ersten drei Monaten wird er sich in Nordtirol einarbeiten und ab 1. April in Lienz tätig sein. Wir sind sehr froh, dass sich Reinhard Lobenwein bereit erklärt hat, seinem Nachfolger in den ersten Monaten mit seiner langjährigen Erfahrung zur Seite zu stehen“, so Hysek-Unterweger abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger