Wirtschaftsbund: „Pendeln in Osttirol muss leistbar sein!“

Gemeinsam mit dem Unternehmer Anton Thum fordert WB-Obfrau Michaela Hysek-Unterweger Entlastungs-Maßnahmen für Pendler – unter anderem ein Osttiroler Pendlerticket.

„Die Politik darf die Pendler nicht vergessen“, betonte die Osttiroler Wirtschaftsbund-Obfrau Michaela Hysek-Unterweger bei einer Kandidaten-Klausur für die Tiroler Landtagswahl. Gemeinsam mit dem Lienzer Unternehmer Anton Thum (Sprecher der Osttiroler Autohändler) sprach sie Themen an, die den Firmen unter den Nägeln brennen. „Neben dominierenden Problemfeldern – wie Teuerungswelle, Energiekrise und Arbeitskräftemangel – dürfen andere Baustellen nicht außer Acht gelassen werden, die gerade in peripheren Bezirken eine eigene Dynamik entwickeln. So wird das Pendeln zur Arbeit aus Seitentälern zunehmend zur finanziellen Belastung. Bei einer Distanz von 50 Kilometern summieren sich die Kosten allein für Benzin im Monat auf gut 300 Euro. Das können und wollen viele Arbeitnehmer nicht mehr stemmen. Ganz abgesehen von den Risiken oder der Umweltbelastung beim täglichen Ein- und Auspendeln“, so Hysek-Unterweger.

„In die Arbeit fahren muss leistbar sein“, schlägt Anton Thum in die gleich Kerbe und geht noch einen Schritt weiter: „Mit einer Anhebung der Pendlerpauschale ist es nicht getan. Wir müssen den öffentlichen Verkehr zeitlich besser eintakten. Wenn ich von Prägraten in die Peggetz eineinhalb Stunden unterwegs bin, kostet das zu viel Lebenszeit. Auch vorliegende Werkverkehrskonzepte sind umzusetzen, außerdem braucht es günstige Jahreskarten, ein Osttiroler Pendlerticket.“

Lienz ist ein klassischer Pendlerbezirk. Die Statistik weist mehr als 14.000 Erwerbstätige aus, die außerhalb der Heimatgemeinde arbeiten, in manchen Orten liegt die Quote bei über 80 Prozent. „Hier müssen die Hebel angesetzt werden!“, fordert Hysek-Unterweger. Die Wirtschaftsbundobfrau sieht in einer Pendlerentlastung genauso wie in der Kinderbetreuung Mosaiksteine für Wirtschaftsstandorte im ländlichen Raum und als unabdingbare Faktoren, um die Menschen in den Tälern zu halten.

„Da wie dort kann es nicht sein, dass die Verantwortung ausschließlich auf Unternehmen abgewälzt wird, was gerade für kleine und mittlere Betriebe nicht machbar ist. Die Politik ist am Ball”, bekräftigt Hysek-Unterweger und fordert „kluges, nachhaltiges Handeln ein, um auf die Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren und wichtige Weichen für die Zukunft des Arbeitsmarktes Osttirol zu stellen”.

 

Text: Redaktion, Foto: WB/Kashofer

02. September 2022 um