„Winterpause“ am Bau wie jedes Jahr

Baumeister Ing. Armin Bachlechner spricht von keinem außergewöhnlichen Winter im Osttiroler Baugewerbe – die Aufträge trudeln erst ab Ende Jänner wieder langsam ein.

„Im Winter sind in Osttirol im Baugewerbe kaum Aufträge vorhanden, das war leider schon immer so“, erklärt Armin Bachlechner, der in Osttirol für die Landesinnung Bau zuständig ist. Der Baumeister beschäftigt in seiner Baufirma mit Sitz in Gaimberg rund 40 MitarbeiterInnen, fünf davon sind Lehrlinge. „Es könnten natürlich auch in der kalten Jahreszeit gewisse Arbeiten erledigt werden, aber es kommen sowohl von privaten als auch von öffentlichen Auftraggebern kaum Aufträge herein“, beschreibt der Baumeister die derzeitige Lage. Erfahrungsgemäß kann er seine Bauarbeiter bis ca. Mitte Dezember beschäftigen. Bis die Arbeit im März wieder beginnt, werden die meisten – ausgenommen sind die MitarbeiterInnen in der Verwaltung und die Lehrlinge – beim AMS als arbeitslos gemeldet.

„Mit Ende Jänner kommen schon wieder langsam Ausschreibungen herein“, so Bachlechner, „aber Baubeginn ist auch bei diesen Projekten frühestens Ende März.“ Die Lehrlinge sind in der Zwischenzeit in Werkstatt und Lager beschäftigt, warten die Gerätschaften oder sind in der Berufsschule oder am Lehrbauhof in Innsbruck. „Die Zusammenarbeit mit der Berufsschule funktioniert in dieser Hinsicht ausgezeichnet“, betont der Baumeister. Auch das Jahresarbeitszeitmodell ist im Baugewerbe besonders hilfreich. Angesammelte Überstunden können so im November und in der ersten Dezemberhälfte abgebaut bzw. noch nicht in Anspruch genommene Urlaubstage aufgebraucht werden.

Armin Bachlechner schätzt, dass er heuer Anfang März wieder die ersten Maurer beschäftigen wird, der Großteil der Belegschaft sollte bis Ende März wieder im Betrieb arbeiten. „Es gab auch Jahre, in denen wir Anfang Februar schon wieder erste Baustellen starteten, aber heuer wird sich der Beginn wegen der Schnee- und Wetterlage wohl etwas nach hinten verschieben“, meint der Bauunternehmer. Außerdem wäre für das Bau- und Baunebengewerbe seiner Meinung nach sehr hilfreich, wenn die Osttirolerinnen und Osttiroler etwas stärkeren „Patriotismus“ zeigen und mehr einheimische Firmen beschäftigen würden.

Seit einigen Jahren ist das Osttiroler Baugewerbe mit dem Problem konfrontiert, dass sowohl Südtiroler als auch Kärntner Baufirmen aufgrund der geographischen Nähe verstärkt auf den Osttiroler Markt drängen. „Wir sollten in Osttirol mehr darauf achten, dass wir heimischen Firmen – egal um welche Branche es sich handelt – Aufträge erteilen. Damit bleibt die Wertschöpfung in der Region, und Arbeitsplätze werden gesichert“, appelliert Armin Bachlechner abschließend.

Text und Foto: Raimund Mühlburger

30. Januar 2014 um