Windkraft als Chance: Elektrowerk Assling will Energieunabhängigkeit stärken
Tirols Abhängigkeit von fossilen Energieimporten wächst. Das Elektrowerk Assling plant eine Windkraftanlage auf der Compedal Hochalm und sieht Windkraft als wichtigen Schritt zu regionaler Versorgungssicherheit.
Die aktuellen Turbulenzen auf den internationalen Energiemärkten zeigen, wie abhängig Europa und Österreich weiterhin von fossilen Energieträgern sind. Steigende Gas- und Ölpreise infolge geopolitischer Konflikte treffen auch Tirol – jährlich fließen laut IG Windkraft rund 2 Milliarden Euro für fossile Energieimporte ins Ausland. Ein Großteil dieser Energie stammt aus politisch instabilen Regionen.
Für das Elektrowerk Assling (EWA) ist diese Entwicklung ein klarer Auftrag, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Geschäftsführer Harald Stocker betont, dass Tirol „mehr Energie im eigenen Land produzieren muss, wenn wir Versorgungssicherheit und stabile Preise wollen“.
Das Elektrowerk Assling plant gemeinsam mit dem Projektpartner ECOwind die Errichtung eines Windparks mit sieben Windrädern auf der Hochalm Compedal. Tirol verfüge – vor allem in alpinen Hochlagen – über ein bislang kaum genutztes Potenzial. Laut IG Windkraft könnten in Tirol 1.380 Megawatt Windkraftleistung installiert werden, was rund 3 Terawattstunden Strom pro Jahr entspräche – etwa der Hälfte des aktuellen Tiroler Verbrauchs.
Bis 2030 ist in Tirol ein gezielter Ausbau von Windkraftanlagen geplant. 30 neue Windräder sollen zusammen 300 Gigawattstunden Strom liefern. Damit könnten 85.000 Haushalte versorgt werden. Der Bau würde laut IG Windkraft 620 Arbeitsplätze schaffen, der laufende Betrieb und die Instandhaltung der Anlagen 50 dauerhafte.
Stocker sieht darin einen wichtigen Impuls für die Region: „Jedes Windrad reduziert unsere Abhängigkeit von Gasimporten – besonders im Winter. Gleichzeitig bleibt die Wertschöpfung hier im Land und stärkt Gemeinden und Betriebe.“
Dass Windkraftprojekte in Tirol emotional diskutiert werden, ist dem EWA bewusst. Viele Menschen sorgen sich um Landschaftsbild, Natur oder touristische Auswirkungen. Stocker hält diese Debatte für wichtig, warnt aber vor einer Blockadehaltung: „Wer erneuerbare Energie grundsätzlich ablehnt, muss sich bewusst sein, dass wir dann weiter fossile Kraftwerke brauchen oder Strom aus weniger nachhaltigen Quellen importieren.“
Das geplante Windparkprojekt Compedal sieht das EWA als Beitrag zu einer langfristig sicheren und klimafreundlichen Energieversorgung. Man wolle die Bevölkerung transparent informieren und in den Prozess einbinden.
Text: Redaktion, Symbolfoto: AdobeStock


